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Forschung

Extrasolare Planeten: Zwei auf einen Streich
von Stefan Deiters
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16. April 1999

Mit der Sonderstellung unseres Sonnensystems ist es endgültig aus: Zum ersten Mal gibt es deutliche Indizien, daß auch an anderen Orten Sonnen mit mehr als einem Planeten existieren: Zwei Wissenschaftlerteams fanden unabhängig voneinander Hinweise, daß zusätzlich zu dem 1996 entdeckten Planeten zwei weitere Trabanten um den sonnenähnlichen Stern Ypsilon Andromeda kreisen.

Ypsilon Andromeda ist für die Astronomen kein Unbekannter: Bereits 1996 hatten sie in nur 0,06 pfeilrot.gif (189 Byte) AU Entfernung einen Planeten entdeckt, der ungefähr 3/4 der Jupitermasse hat und den 44 Lichtjahre von der Erde entfernten Stern alle 4,6 Tage umkreist. Zu der Entdeckung der Schwesterplaneten führten nun Beobachtungen, die unabhängig voneinander an zwei unterschiedlichen Teleskopen durchgeführt wurden: Am Lick Observatory, betrieben von der University of California, und am Whipple Observatory, das zum Smithsonian Astronomical Observatory gehört.

Bei der Auswertung der Daten entfernten die Astronomen die Störungen, die durch die 4,6 Tage-Periode des bereits entdeckten Planeten zu erwarten waren: Sie fanden einen anderen, 1.200 Tage dauernden Zyklus, den sie mit einem Planeten in Verbindung bringen konnten, der die vierfache Jupitermasse hat und rund 2,5 AU vom Zentralstern entfernt ist.

Ihre Vermutungen tauschten die Wissenschaftler-Teams im Juni letzten Jahres aus und verabredeten, nun mit gemeinsamen Kräften nach dem zweiten Planeten von Ypsilon Andromeda zu suchen. "Wir hatten uns allerdings alle geirrt", erinnert sich Timothy Brown vom National Center for Atmospheric Research, "in Wirklichkeit waren da zwei neue Planeten."

Als die Wissenschaftler nämlich auch die Störungen des zweiten vermuteten Trabanten entfernten, fanden sie Hinweise auf einen weiteren Begleiter, der in etwa einer AU Entfernung um das Zentralgestirn kreist und dafür rund 250 Tage benötigt.

Das Ergebnis birgt allerdings einige Überraschungen für diejenigen, die sich mit Theorien zur Entstehung von Planetensystemen befassen: Bisher war man nämlich davon ausgegangen, daß sich riesige Gasplaneten nur in mindestens vier AU Abstand vom Zentralgestirn bilden können, wo die Temperaturen ausreichend niedrig sind. "Alle drei Planeten aber befinden sich nun innerhalb dieser Grenze, " unterstreicht Brown. Eventuell haben sich die Planeten also an einer anderen Stelle des Systems gebildet.

Ferner könnten die jetzigen Funde auch eine Theorie unterstützen, nach der sich zunächst eine große Menge kleiner Planeten-Keime, sogenannter Planetisimals, in der Staubwolke um einen neu geborenen Stern bilden. Von denen überleben dann nur die, die am schnellsten wachsen können und dabei auch andere kleine Planetisimals "verschlucken".

Daß aber bisher nur relativ große Planeten gefunden wurden, hängt auch mit der Methode zusammen, mit der die Astronomen auf Planetensuche gehen. Sie fahnden dabei nach den winzigen Einflüssen, die die Gravitationskraft der Planeten auf den Zentralstern hat. "Mit dieser Methode findet man am besten sehr große Planeten", gibt Brown zu. "Wenn wir von einem anderen Planetensystem unser Sonnensystem beobachten würden, würden wir noch nicht einmal Jupiter sehen, da er zu weit von der Sonne entfernt ist."

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