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Forschung

Schwarze Löcher: Neue Mittelklasse
von Stefan Deiters
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14. April 1999

Die Familie der Schwarzen Löcher hat Zuwachs bekommen: Unabhängig voneinander fanden zwei Gruppen von Astronomen Hinweise auf Schwarze Löcher einer neuen Mittelklasse. In ihnen soll eine Masse von etwa 100 bis 10.000 Sonnenmassen auf etwa Mondgröße vereinigt sein. Die Entdeckung wurde gestern auf einer Konferenz der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft erstmals vorgestellt.

Schwarzes Loch (Abbildung: NASA Goddard)
Verräterische Röntgenstrahlung: Ein neuer Typ von Schwarzen Löchern (künstlerische Darstellung) Abbildung: NASA Goddard

Schwarze Löcher sind Objekte im Weltraum, deren Gravitationskraft so enorm ist, daß nichts - nicht einmal das Licht - sie wieder verlassen kann. Bisher war man von zwei unterschiedlichen Arten von Schwarzen Löchern ausgegangen: den stellaren und den   supermassiven Schwarzen Löchern. Erstere sind Überbleibsel eines Sterns, der ursprünglich vielleicht zehn bis 20mal massereicher als die Sonne war und nun am Ende seines Sternenlebens eine Masse von einigen Sonnenmassen in einem Objekt von wenigen Kilometern Durchmesser vereint. Supermassive Schwarze Löcher hingegen könnten in der Frühphase des Universums aus gewaltigen Gaswolken oder aus dem Kollaps eines riesigen Sternhaufens entstanden sein und vereinen eine Million bis eine Milliarde Sonnenmassen in ihrem Zentrum.

Der neuen Mittelklasse kamen die Astronomen-Teams durch das Studium der Röntgenstrahlung naher Galaxien auf die Spur: "Wir wollten eigentlich untersuchen, was die Ursache einer recht ungewöhnlichen Röntgenleuchtkraft in der Nähe des Zentrum vieler Galaxien ist," erläutert Dr. Edward Colbert vom NASA Goddard Space Flight Center. "Mit alten Daten aus den 70er Jahren konnten wir nicht entscheiden, ob diese Strahlung auf supermassive oder stellare Schwarze Löcher zurückzuführen ist." So machten die Wissenschaftler neue Beobachtungen und entdeckten Hinweise, daß ein bisher nicht bekannter Typ eines Schwarzen Loches diese Strahlung verursacht.

Schwarze Löcher lassen sich - wie der Name schon sagt - nicht direkt beobachten. Man ist daher auf die Messung der Strahlung angewiesen, die erzeugt wird, wenn Materie in das Schwarze Loch hineinfällt. In Darstellungen von Schwarzen Löchern ist daher auch hauptsächlich diese ins das Loch hineinspiralende Materie zu sehen, zusammen mit sogenannten "Jets" - gebündelte Teilchenströme, die vom Schwarzen Loch weggeschleudert werden.

Zur Zeit ist noch nicht klar, wie dieser neue Typ von Schwarzem Loch entstanden sein könnte. Die beste Theorie besagt, daß sie sich möglicherweise durch Verschmelzung zahlreicher stellarer Schwarzen Löcher bilden. Möglich wäre dies: Allein in der Galaxie M82, wo der neue Typ entdeckt wurde, vermuten die Astronomen Millionen stellarer Schwarzer Löcher.

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