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Sonnensystem

Sonne: S wie "geladenes Gewehr"
von Stefan Deiters
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10. März 1999

Die Sonne kündigt ihre heftigsten Ausbrüche deutlich sichtbar an: Mit Hilfe eines japanischen Satelliten haben Wissenschaftler herausgefunden, daß eine S-förmige Struktur auf der Sonnenoberfläche einer Eruption an dieser Stelle vorausgeht. Eine Vorhersage solcher Ausbrüche ist wichtig, da der damit verbundene Teilchensturm Kommunikationseinrichtungen auf der Erde beeinträchtigen kann.

Sigmoid auf der Sonne
Ein Sigmoid auf der Sonne - Zeichen für einen bevorstehenden Ausbruch. Foto Soft X-Ray Telescope (SXT), National Astronomical Observatory of Japan, University of Tokyo, NASA und ISAS.

"Frühe Warnungen vor solaren Stürmen wären für Stromversorgungs- und Kommunikationsunternehmen sowie für Raumfahrtoperationen wichtig", unterstrich Dr. George Withbroe, wissenschaftlicher Direktor für solar-terrestrische Beziehungen im NASA-Hauptquartier, die Bedeutung der jüngsten Resultate. "Die Ergebnisse sind ein bedeutender Schritt, um diese gewaltigen Stürme zu verstehen."

Gewaltig sind die Ausbrüche auf der Oberfläche der Sonne zweifellos: Ihre Energie ist größer als Milliarden nuklearer Explosionen. "Das S zeigt uns den Ort", erklärt Dr. Alphonse Sterling, ein amerikanischer Wissenschaftler, der zur Zeit am Institute of Space and Astronautical Science (ISAS) in Japan arbeitet. "Es gibt einen deutlichen Zusammenhang zwischen einer S-förmigen, "Sigmoid" genannten, Struktur und der Wahrscheinlichkeit, daß hier innerhalb nur eines Tages ein Ausbruch stattfindet. Jede dieser Strukturen ist wie ein geladenes Gewehr, von dem wir nun wissen, daß es mit hoher Wahrscheinlichkeit losgeht."

Diese S-förmigen Strukturen führen die Wissenschaftler auf eine spezielle Anordnung des solaren Magnetfelds an dieser Stelle zurück. Die dort stattfindenden Eruptionen sind die größten bekannten Explosionen im Sonnensystem, die bis zu 10 Milliarden Tonnen Gas ins All schleudern, das dann Geschwindigkeiten von rund zwei bis drei Millionen Kilometer pro Stunde erreichen kann. Diese Ausbrüche kommen mehrfach am Tag vor, doch nur die wenigsten treffen die Erde.

Doch wenn ein solcher Ausbruch die Erde erreicht, können die geladenen Teilchen von der Sonne elektronische Geräte deutlich beeinträchtigen. Eine detaillierte Auswertung von zweijährigen Beobachtungen mit dem japanisch-amerikanisch-britischen Röntgen-Teleskop an Bord des japanischen Yohkoh-Satelliten ergab nun den gefundenen Zusammenhang zwischen Sigmoid und einem bevorstehenden solaren Ausbruch.

Diese Ergebnisse und ein weiteres Röntgen-Teleskop, das im nächsten Jahr gestartet werden soll, könnten helfen eine recht neue Variante eines alten Bestsellers zuverlässiger zu machen: den Weltraumwetterbericht.

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