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Sonnensystem

Kometen: Dicke Luft hinterm Schneeball
von Stefan Deiters
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23. Februar 1999

Der Schweif eines Kometen besteht nicht wie bisher angenommen hauptsächlich aus Wasser, sondern aus Kohlenmonoxid und ähnelt damit den Abgasen eines Autos. Zu diesem überraschenden Ergebnis kamen Wissenschaftler der Universität Arizona nach Beobachtungen der Kometen Hale-Bopp und Hyakutake.

Komet Hale-Bopp
Der Komet Hale-Bopp mit Staub- und Gas-Schweif. Foto: Arizona State University/Susan Wyckoff und Mitarbeiter

Bis heute werden Kometen von den meisten Astronomen als eine Art dreckiger Schneeball angesehen, der bei seiner Annäherung an die Sonne aufgeheizt wird und Materie verliert - der Schweif ist das sichtbare Zeichen dafür. "Unsere neuen Ergebnisse sind überraschend", meinte Susan Wyckoff, Astronomin an der Arizona State University. "Seit über 50 Jahren sind haben wir das dreckige Schneeball-Modell für Kometen benutzt und viele Hinweise erhalten, daß ihr Kern hauptsächlich aus Wasser besteht. Und als wir uns nun den Wasser- und Kohlenmonoxidgehalt in zehn bis 20 Millionen Kilometer Entfernung vom Kern ansahen, war das Verhältnis der beiden Stoffe absolut umgekehrt." Hier fanden die Wissenschaftler nämlich hauptsächlich Kohlenmonoxid.

Doch das dreckige Schneeball-Modell ist damit nicht vom Tisch: Die Astronomen vermuten, daß dieses Phänomen einfach der Kurzlebigkeit der Wassermoleküle und der Langlebigkeit des Kohlenmonoxids zuzuschreiben ist. Ein Wassermolekül kann nur etwa einen Tag die intensive ultraviolette Strahlung der Sonne aushalten, bevor es in Wasserstoff und Sauerstoffatome zerfällt. Kohlenmonoxid übersteht die Bestrahlung bis zu zehn Tage.

Die Wissenschaftler entdeckten bei ihren Beobachtungen außerdem ein bisher unbekanntes Molekül im Schweif des Kometen, das erstmals im Halley'schen Kometen vor 13 Jahren entdeckt wurde. Bis heute ist es nicht identifiziert. Die Hoffnung richtet sich nun auf die Stardust-Sonde, die eine Gas-Probe aus dem Schweif des Kometen "Wild 2" zur Erde zurückbringen soll.

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