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Forschung

Suche nach der Spiegel-Erde
von Stefan Deiters
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15. Februar 1999

Wissenschaftler aus den USA und Australien haben eine außergewöhnliche Erklärung für die sogenannten Microlensing-Ereignisse im Halo unserer Galaxis. Ursache dafür sind möglicherweise Sterne, die aus "Spiegel"-Materie  bestehen. Und um diese Sterne, verrieten sie in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift "New Scientist", könnten auch Planeten kreisen, die von Spiegel-Lebewesen bewohnt sind.

Was sich anhört wie eine weitere Folge aus der unsterblichen "StarTrek"-Reihe, hat einen durchaus wissenschaftlichen Hintergrund. Schon seit längerer Zeit sind die Astronomen auf der Suche nach "dunkler Materie" - also nach irgendetwas, was nach aller Theorie zwar da sein müßte, aber partout nicht zu beobachten ist. Die gängigsten Modelle der Astrophysik gehen gar davon aus, daß wir nur einen Bruchteil der Materie im Universum sehen.

Um dieser Dunkelmaterie auf die Spur zu kommen, haben sich einige Gruppen von Wissenschaftlern eine raffinierte Methode ausgedacht: Auf der Suche nach "Massiven astrophysikalischen kompakten Haloobjekten", kurz MACHOs, die im pfeilrot.gif (189 Byte) Halo unser Galaxis vermutet werden, beobachten sie einen weit entfernten Stern über recht lange Zeit. Wenn ein MACHO nun die Sichtlinie durchläuft, so die Hoffnung, wird er durch seine Masse den Lichtstrahl ablenken, was auf der Erde durch eine kurzzeitige Helligkeitsänderung beobachtbar sein sollte. Diesen Effekt bezeichnet man als Microlensing. In den letzten Jahren wurde auf diese Weise einige MACHOs gefunden.

Als Erklärung für diese Objekte gab es bisher zwei Kandidaten: Da wären zum einen sogenannte Braune Zwerge, also Sterne, die nicht genug Masse haben, um ihr nukleares Brennen zu zünden. Der Gasplanet Jupiter wird oft als Miniausgabe eines Braunen Zwerges angesehen. Der zweite mögliche Kandidat sind "ausgebrannte" Sternenreste, die von Astrophysikern als Weiße Zwerge bezeichnet werden.

Rabindra Mohapatra und sein Kollege Vigdor Teplitz von der Universität Maryland haben nun eine weitere Möglichkeit vorgeschlagen: MACHOs könnten aus einer Art Spiegel-Materie bestehen, die während des Urknalls entstanden ist. Diese Materie würde ihren eigenen physikalischen Gesetzen gehorchen und sei deshalb für unsere Welt unsichtbar. Nur die Gravitationswirkung sei zu spüren und daher könnten solche Sterne für Microlensing-Ereignisse verantwortlich sein.

Die Idee der Wissenschaftler, die ihre Theorie durch Ergebnisse aus der Elementarteilchenphysik bestätigt sehen, wird auch von Kollegen der australischen Universität Melbourne unterstützt. Andere Wissenschaftler sind skeptischer: "Sie mögen recht haben", zitiert der "New Scientist" Charles Alcock vom Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien, dessen Team einige MACHOs entdeckte. Doch sei die Theorie sehr spekulativ und schwer zu testen. "Ich dürfte so lange wir leben keinem gelingen, das zu beweisen."

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