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Forschung

Extrasolare Planeten: Dunkle Bänder
von Stefan Deiters
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14. Februar 1999

Mit zwei unterschiedlichen Instrumenten blickte das Hubble Weltraumteleskop in die Kinderstube von Planetensystemen und machte bisher einmalige Aufnahmen. Bestätigt wurde dabei eine schon lange bestehende Theorie, wie auch unser eigenes Sonnensystem vor rund viereinhalb Milliarden Jahren entstand: aus einer Staubscheibe. 

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NICMOS-Bild von DG Tau B (oben) im Vergleich zum Bild mit der Hubble WFPC2 (unten). Der Stern ist im oberen Bild als kleiner hellroter Punkt in der Spitze der V-förmigen Struktur zu sehen. Im NICMOS-Bild ist die Scheibe deutlicher (dunkles Band), während das WFPC2-Bild einen Jet zeigt. Fotos: D. Padgett (IPAC/Caltech), W. Brandner (IPAC), K. Stapelfeldt (JPL) and NASA/ Chris Burrows (STScI), the WFPC2 Science Team and NASA

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HK Tauri - ein Doppelsternsystem, dessen eines Mitglied eine Scheibe zeigt. Foto: Karl Stapelfeldt (JPL) and colleagues, and NASA

Obwohl die unlängst veröffentlichten Hubble-Bilder keine Planeten zeigen, sind sie die bis heute deutlichsten Aufnahmen einer Region, in der einmal Planeten entstehen könnten. Während schon mehrfach extrasolare Planeten auf indirektem Weg nachgewiesen wurden, gelang es bisher noch nicht, die Region um einen jungen Stern aufzunehmen, in der gerade Planeten entstehen könnten. Die größte Schwierigkeit bei solchen Aufnahmen ist nämlich, die große Helligkeit des gerade geborenen Sterns, der diese Bereiche quasi überblendet.

"Während die Existenz dieser Scheiben durch frühere Infrarot- und Radiobeobachtungen bekannt war, bekommen wir durch die Hubble-Bilder eine ganze Reihe neuer Details, wie Scheibengröße, Dicke und Orientierung", meinte Deborah Padgett vom Infrarot Processing and Analysis Center des California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena. 

Die Wissenschaftler benutzten die "Near-Infrared Camera and Multi-Object Spectrometer" (NICMOS) um sechs sehr junge 450 Lichtjahre entfernte Sterne im Sternbild Stier (Taurus) zu beobachten. Die gefundenen Scheiben haben einen Durchmesser vom acht bis 16fachen der Neptunbahn. Diese Scheiben zeigen sich auf den Bildern als dunkle Bänder, die die hellen Bereiche um den Stern durchqueren.

Eine andere Wissenschaftler-Gruppe benutzte die "Wide Field and Planetary Camera 2" (WFPC2) des Weltraumteleskops und konnte unter anderem eine Staubscheibe in einem Doppelstern-System beobachten.

"Dieses Hubble-Bild ist ein weiterer Hinweis darauf, das Planetenentstehung auch in einem Doppelsternsystem möglich sein sollte", sagte Karl Stapelfeldt vom NASA Jet Propulsion Laboratory in Pasadena.

Durch den Vergleich ihrer Bilder mit Computermodellen gelang es den Wissenschaftlern auch, die Masse der gefundenen Staubscheiben zu bestimmen. Sie schätzen sie auf etwa 1/200 bis 1/10.000 der Sonnenmasse. Für ein Planetensystem kein schlechter Wert: Die Planeten unseres Sonnensystems bringen es zusammen auf etwa 1/1000 der Sonnenmasse.

 

 

 

 

 

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