Premiere bei der NASA: Zum ersten Mal soll eine Raumsonde zu einem Kometen
geschickt werden, Staubproben sammeln und diese zurück zur Erde bringen. Wissenschaftler
erhoffen sich durch die Analyse des Materials Aufschlüsse über die Entstehung des
Sonnensystems und des Lebens auf der Erde.
Kometen gelten unter Astronomen als wichtige Zeugen einer längst vergangenen Zeit.
Diese kosmischen Fossilien, die auf langen Bahnen die Sonne umkreisen, bestehen aus dem
selben Material, aus dem auch vor Urzeiten das Planetensystem entstanden ist. Außerdem
sind sie reich an organischen Materialien, die der Erde einst zu jener Mischung aus
Molekülen verhalfen, aus der das Leben entstanden ist.
"Wissenschaftler haben sich schon lange nach einer Probe von einem Kometen
gesehnt, weil in ihnen einmalige chemische und physikalische Informationen aus der
frühesten Geschichte unseres Sonnensystems enthalten sind", unterstreicht Dr. Edward
Weiler von der US-Weltraumbehörde NASA die Bedeutung des Vorhabens.
Mit der "Stardust" genannten Mission wollen die Amerikaner zum ersten Mal ein
Weltraumunternehmen allein einem Kometen widmen. Außerdem ist es - nach den
Mond-Missionen - erst das zweite Mal in der Raumfahrtsgeschichte, daß Proben eines
anderen Himmelskörpers auf die Erde gebracht werden.
Trotzdem soll das kleine Raumschiff, das nach einem kurzfristig abgebrochenen
Startversuch am Sonnabend am heutigen Sonntag abend mit einer Delta-Rakete ins All
geschossen werden soll, auf dem Weg zum Kometen Wild-2 nicht die Augen verschließen:
Geplant ist, daß es interstellaren Staub einsammelt, der durch unser Planetensystem
strömt.
Anfang Januar 2004 soll "Stardust" Wild-2 erreichen und in nur 150 Kilometer
Entfernung vom Kometenkern Teilchen aus der den Kern umgebenden Staubwolke einsammeln.
Dazu befindet sich an Bord eine extra Apparat der mit einem schaumartigen
"Aerogel" gefüllt ist, in dem die Teilchen abgebremst und aufbewahrt werden
können ohne sie zu sehr zu verändern.
Wild-2 ist für diese Art von Mission besonders geeignet, weil er sich erst relativ
selten der Sonne genähert hat und daher noch recht unberührt von deren Einflüssen sein
dürfte. Erst Jupiter hatte Wild-2 1974 aus seiner ursprünglichen Bahn geworfen und
dafür gesorgt, daß er sich Sonne und Erde nun öfter annähert.
Auf die Proben wird das NASA-Team aber noch zwei weitere Jahre warten müssen: Sie
sollen nämlich erst im Januar 2006 in einer kleinen Kapsel in den Salzseen von Utah
niedergehen.
Links im WWW
siehe auch: