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Forschung

Unerwartetes Mordsding
von Stefan Deiters
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1. Februar 1999

Zum ersten Mal gelang es Astronomen den Höhepunkt eines Gamma-Ray-Bursts mit herkömmlichen Teleskopen zu beobachten: Was sie sahen ist eine Sensation und könnte helfen den bisher ungeklärten Gammastrahlen-Ausbrüchen auf die Spur zu kommen.

Gamma Ray Burst am 23.1.1999
Foto des Gamma-Ray-Bursts am 23. Januar mit dem ROTSE-Experiment. Foto: Carl Akerlof/University of Michigan/Los Alamos National Laboratory/Lawrence Livermore National Laboratory

Es war ein ganz normaler Samstag und niemand hatte wohl erwartet, daß sich an diesem Tag das Weltbild manches Astronomen deutlich ändern sollte: Das Gamma-Ray-Bursts Coordinates Network (GCN) schickte die Position eines Gamma-Ray-Bursts rund um die Erde, den das BATSE-Experiment (Burst and Transient Source Experiment) an Bord eines NASA-Satelliten gerade gemeldet hatte. Gamma-Ray-Bursts gehören zu jenen Phänomenen im All, die sich bis heute nicht befriedigend erklären lassen. Diese kurzen, nur wenige Sekunden dauernden, Ausbrüche gehören zu den stärksten Explosionen im Universum.

Umso wichtiger ist es für die Astronomen, die Objekte, die diese enormen Mengen an pfeilrot.gif (189 Byte) Gammastrahlen aussenden, auch mit herkömmlichen Teleskopen zu entdecken. Das GCN schickt dazu in Windeseile die ungefähren Daten des beobachteten Bursts an alle Beobachtungsstationen rund um den Globus. Und in Los Alamos hatte man am Samstag Glück: Mit einem extra dafür eingerichteten Experiment namens ROTSE (Robotic Optical Transient Search Experiment) konnten die Wissenschaftler fast den gesamten Verlauf des Ausbruchs verfolgen - und zum ersten Mal auch den Höhepunkt der Explosion.

Was die Astronomen beobachteten, verschlug ihnen die Sprache: Zunächst sahen Sie nur einen neuen, heller werdenden Stern. Nach fünf Sekunden war das Maximum erreicht: ein Stern 9. pfeilrot.gif (189 Byte) Größenklasse, der dann aber sehr schnell wieder lichtschwächer wurde. "Wir hatten lediglich ein recht lichtschwaches Objekt erwartet", meinte ROTSE-Projektleiter Dr. Carl Akerlof von der Universität Michigan. "Was wir sahen war ein Mordsding."

In der nächsten Nacht konnte auf dem Observatorium auf dem Mauna Kea in Hawaii auch die Entfernung des Gamma-Ray-Burst ermittelt werden: rund 9 Milliarden Lichtjahre. Wäre der Burst in unserer Milchstraße explodiert, hätte er den Nachhimmel erleuchtet.

Klar ist, daß dieser unerwartet helle Ausbruch im optischen ein wichtiges Indiz ist, um die Herkunft von Gamma-Ray-Burst zu klären. Die beobachtenden Astronomen sind sich sicher: Die neuen Ergebnisse werden die Theoretiker erst einmal beschäftigen.

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