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Sternenhimmel
Home : Kalender : Sternenhimmel : März 2006
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März 2006
 Mondlauf   Entfernung   Entfernung
Erstes Viertel: 6. März
Vollmond: 15. März
Letztes Viertel: 22. März
Neumond: 29. März
Sonne
Merkur
Venus
Mond
Mars
0,995 AE
0,613 AE
0,606 AE
63,1 ER
1,489 AE
Jupiter
Saturn
Uranus
Neptun
Pluto
4,779 AE
8,453 AE
21,043 AE
30,850 AE
31,096 AE
Planetenentfernungen für 15. März 2006, 22 Uhr MEZ, Angaben in Astronomischen Einheiten bzw. Erdradien. [Grafik: Unser Sonnensystem am 15. März 2006]

Am 20. März 2006 um 19.26 Uhr MEZ liegt der Winter endlich hinter uns, der Frühling beginnt: Die Tage sind nun wieder länger als die Nächte, was für Sternenfreunde nicht unbedingt von Vorteil sein muss, gibt es doch am nächtlichen Himmel einiges zu entdecken. Außerdem beghnnt in der Nacht vom 25. auf den 26. März die Sommerzeit: Um zwei Uhr werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt.

Am Fixsternhimmel sind im März auch schon die ersten Frühlingsboten, wie etwa das Sternbild Löwe auszumachen. Es ist Mitte März abends im Südosten zu sehen und bietet Amateurastronomen mit der der Balken-Spiralgalaxie NGC 2903 ein beliebtes Beobachtungsobjekt [Findkarte]. Dank ihrer relativen Helligkeit ist die rund 25 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie schon mit kleinen Teleskopen auszumachen. Die Spiralstruktur offenbart sich allerdings erst mit Profi-Teleskopen wie Hubble (siehe Bericht) oder bei langen Belichtungszeiten. NGC 2903 hat einen Durchmesser von 80.000 Lichtjahren und ist damit etwas kleiner als unsere Milchstraße.

Doch auch wer kein Teleskop besitzt, kann am Sternenhimmel einiges entdecken: So bilden etwa die Sterne Regulus im Löwen, Spica in der Jungfrau und Arktur im Bootes das so genannte Frühlingsdreieck [Findkarte], das abends eindrucksvoll im Osten zu sehen ist. Hoch am Himmel steht derzeit das Sternbild Großer Wagen, die wahrscheinlich bekannteste Konstellation am Nordhimmel. Weniger bekannt sein dürfte allerdings, dass der Große Wagen gar kein richtiges Sternbild ist, sondern nur ein Unter-Sternbild oder, wie das in der Fachsprache der Astronomen heißt, ein Asterismus: Das richtige Sternbild heißt Großer Bär und nur dessen sieben hellste Sterne bilden den Großen Wagen.

Der Große Wagen kann auch hilfreich sein, wenn man den nördlichen Himmelspol sucht, also den Punkt, um den sich der Sternhimmel zu drehen scheint. Er liegt ganz in der Nähe des Polarsterns, der wiederum am Ende der Deichsel des Kleinen Wagens liegt. Wer den Kleinen Wagen nicht auf Anhieb findet, kann den bekannteren Großen Wagen zur Hilfe nehmen: Legt man nämlich in Gedanken eine Linie durch die hinteren beiden Sterne des Großen Wagens und verlängert sie Richtung Norden, ist der erste hellere Stern auf den man trifft der Polarstern.

Dass sich um diesen Stern der gesamte Nachthimmel zu drehen scheint, ist im Grunde genommen Zufall: Da die Erdachse zurzeit fast genau auf den Polarstern zeigt, scheint er als einziger Stern still zu stehen. Da die Erdachse aber leicht "trudelt" wird der Polarstern nicht immer diese exponierte Stellung behalten: In etwa 12.000 Jahren wird beispielsweise die Wega im Sternbild Leier nahe dem nördlichen Himmelspol stehen. Der Polarstern ist mehr als nur ein Stern: Bei ihm handelt es sich vermutlich um ein Dreifachsystem. Dessen Hauptstern Alpha Ursae Minoris A hat die etwa achtfache Masse unserer Sonne und eine Leuchtkraft, die die unserer Sonne um das 1.600fache übertreffen dürfte. Der Polarstern ist rund 360 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Unter den Planeten leuchtet die Venus als strahlend heller Morgenstern. Die erste Hälfte der Nacht wird aber vom roten Planeten Mars dominiert. Jupiter geht immer früher auf: Erscheint er zu Monatsbeginn erst nach Mitternacht am Himmel, werden sich seine Aufgangszeiten bis zum Monatsende um zwei Stunden verfrüht haben. Ist er erst einmal aufgegangen, kann man den Gasriesen am Himmel kaum übersehen. Auch der Ringplanet Saturn ist nahezu die gesamte Nacht über zu beobachten.

Für Sternschnuppenfreunde ist der März kein guter Monat: Weder die Virginiden, die aus dem Sternbild Jungfrau zu kommen scheinen, noch die Hydraiden aus der Wasserschlange sind ein ausgeprägter Sternschnuppenstrom.

Also kehrt man doch lieber zu den sicheren Beobachtungskandidaten zurück - etwa dem Sternbild Zwillinge [Findkarte]: Das steht abends im Südosten hoch am Himmel. Die beiden hellsten Sterne der Zwillinge sind Castor und Pollux. Castor ist der westlichere von beiden Sternen. Das Sternenpaar stellt den Kopf der Zwillinge dar und bei guten Beobachtungsbedingungen kann man von diesen Sternen ausgehend zwei parallele Reihen von vier bis fünf Sternen sehen, den Körper der Zwillinge.

Zu Füßen der Zwillinge liegt der Sternhaufen M35, den man – günstige Bedingungen vorausgesetzt – auch mit bloßem Auge oder mit dem Fernglas beobachten kann. Er erscheint zunächst wie ein verwaschener Lichtfleck. Ein genauerer Blick offenbart dann aber, um was es sich handelt: Um einen Sternhaufen aus mehr als 200 Sternen. M35 ist rund 2.800 Lichtjahre von uns entfernt und hat einen Durchmesser von 24 Lichtjahren.

Die totale Sonnenfinsternis am 29. März 2006

Ende des Monats, genauer am 29. März, gibt es wieder eine absolute Sonnenfinsternis: Der Mond schiebt sich zwischen Sonne und Erde und sein Schatten verdunjelt in gewissen Regionen den Himmel. In einem schmalen zwischen 100 und 200 Kilometer breiten Band, das sich von der Ostküste Brasiliens bis nach Zentralasien erstreckt, verdeckt der Mond die Sonne nahezu komplett. In dieser Totalitätszone, die bei der Sonnenfinsternis 1999 auch durch Teile Süddeutschlands verlief, wird es richtig dunkel.

Sonnenfinsternisse sind im Grunde genommen häufiger als Mondfinsternisse. Pro Jahrhundert gibt es im Schnitt 240 Sonnenfinsternisse, aber nur 150 Mondfinsternisse. Doch während Mondfinsternisse überall dort auf der Erde zu sehen sind, wo man zur entsprechenden Zeit den Mond beobachten kann, sind Sonnenfinsternisse sehr regionale Ereignisse. Für einen bestimmten Ort sind Sonnenfinsternisse somit tatsächlich deutlich seltener. So wird die nächste totale Sonnenfinsternis in Deutschland erst 3. September 2081 zu sehen sein.

Die totale Sonnenfinsternis Ende März ist aber in Teilen der Türkei zu sehen: So kann man in der Touristenmetropole Antalya beobachten, wie sich der Mond ab 10.37 Uhr MEZ langsam vor die Sonne schiebt. Vollkommen dunkel wird es dann ab 11:54 Uhr MEZ für etwas mehr als drei Minuten. In Deutschland wird die Finsternis nur partiell zu sehen sein: in Hamburg etwa zwischen 10.51 und 12.41, in München zwischen 10.41 und 12.45 Uhr MEZ. Während in Hamburg die Sonne nur zu rund 25 Prozent bedeckt sein wird, sind es in der bayerischen Landeshauptstadt immerhin 37 Prozent.

Wer die Sonnenfinsternis beobachten will, egal ob in Deutschland oder in der Türkei, sollte auf keinen Fall mit bloßem Auge in die Sonne schauen. Auch eine normale Sonnenbrille bietet nicht ausreichend Schutz. Für eine gefahrlose Beobachtung sollte man sich rechtzeitig spezielle Sonnenfinsternisbrillen besorgen.

Weitere Informationen über den Fixsternhimmel im März entnehmen Sie bitte den folgenden Karten. Sie gelten für den 15. März, 22 Uhr MEZ. Weitere Gültigkeitszeiten und -daten sind jeweils unter der Karte angegeben.

Sternkarten für das gesamte Jahr und unterschiedliche Uhrzeiten finden Sie über unsere astronews.com Sternenkarten-Übersicht.

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