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Nun ist auch am Nachthimmel endgültig der Frühling eingekehrt: Die Wintersternbilder, die uns während der letzten Monate begleitet haben, wurden von den Frühlingskonstellationen verdrängt: Analog zum Wintersechseck benennen manche auch ein Frühlingsdreieck [Findkarte]: Es wird gebildet aus den Sternen Arktur im Sternbild Bootes, Spica im Sternbild Jungfrau und Regulus im Löwen. Doch auch der Sommer ist am Himmel schon auszumachen: So erscheint im (Nord-)Osten langsam das Sommerdreieck [Findkarte], das aus den Sternen Deneb im Sternbild Schwan, Wega in der Leier und Altair im Adler besteht. Zwischen den Sternbildern Leier und Herkules ist Mitte April mit etwas Glück der Meteoritenschauer der Lyriden auszumachen. Meistens bestehen die Lyriden nur aus bis zu zehn Meteoriten pro Stunde und erreichen um den 22. April ihr nicht sonderlich ausgeprägtes Maximum. Manchmal jedoch sind die Lyriden auch für eine Überraschung gut und erfreuen den Beobachter mit einer deutlich höheren Anzahl von "Sternschnuppen". 1982 konnte man beispielsweise zwischen 75 und 90 Meteoriten beobachten. Passend zum Frühling kann man im Sternbild Krebs (am Abend im Südwesten) derzeit gut den Sternhaufen Praesepe (M 44), die Krippe, entdecken [Findkarte]. Diese Ansammlung von Sternen wird im englischsprachigen Raum auch Bienenkorb-Haufen (Beehive-Cluster) genannt und ist schon mit bloßem Auge als verschwommener Fleck am dunklen Nachthimmel auszumachen. Er hat eine Ausdehnung am Himmel, die etwas größer ist als der Vollmond und ist einer der uns am nächsten gelegenen und größten offenen Sternhaufen. Wer ein Fernglas zu Hilfe nimmt, kann sehen, dass es hier vor Sternen nur so wimmelt. Da Praesepe schon mit bloßem Auge erkennbar ist, gehört er zu den wenigen Sternhaufen, die schon von Gelehrten im Altertum beschrieben wurden. So soll der griechische Astronom Hipparch über den Haufen als "Kleine Wolke" berichtet haben. Um was es sich bei dieser Wolke wirklich handelte, fand erst Galileo Galilei heraus, der Praesepe 1610 mit seinem Teleskop genauer beobachtete: Er zählte insgesamt 36 Sterne in dem Haufen. Mit heutigen Amateurteleskopen sollten bis zu 150 Sterne zu sehen sein. Man schätzt, dass der Haufen rund 400 Sterne enthält. Er ist rund 500 Lichtjahre von der Erde entfernt und etwa 400 Millionen Jahre alt. Etwas südlich von Praesepe befindet sich mit M67 ein weiterer Sternhaufen, der allerdings nur mit dem Fernglas zu sehen ist. Er enthält viele Hundert Sterne und ist der älteste Sternhaufen unserer Milchstraße. Unter den Planeten ist Jupiter im April der Glanzpunkt am Nachthimmel: Der Gasriese steht am 3. April in Opposition zur Sonne und damit unserem Zentralgestirn genau gegenüber. Er geht somit mit Sonnenuntergang auf und mit Sonnenaufgang unter und ist also die ganze Nacht als leuchtend helles Objekt am Himmel zu sehen. Der Ringplanet Saturn ist in der ersten Nachthälfte zu beobachten, Venus bleibt unsichtbar. Der rote Planet Mars ist mit etwas Glück am frühen Morgen auszumachen. Weitere Informationen über den Fixsternhimmel im April entnehmen Sie bitte den folgenden Karten. Sie gelten für den 15. April, 22 Uhr MEZ/23 Uhr MESZ. Weitere Gültigkeitszeiten und -daten sind jeweils unter der Karte angegeben. Sternkarten für das gesamte Jahr und unterschiedliche Uhrzeiten finden Sie über unsere astronews.com Sternenkarten-Übersicht. |
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