Wenn man nach den Berufsaussichten für Astronomen fragt, muss
man immer erst definieren, über was man eigentlich genau redet: So
dürfte es beispielsweise in den USA nicht wesentlich leichter als
in Europa sein, eine dauerhafte Anstellung zu bekommen.
Weitaus die meisten Wissenschaftler arbeiten dort wie hier in
projektgebundenen Zeitverträgen und müssen sich nach zwei bis
fünf Jahren nach einem anderen Job umsehen oder hoffen, dass ihr
Vertrag verlängert wird. Wenn man allerdings mit einem
Physikstudium (was ja Voraussetzung für Astronomie ist) liebäugelt
und später dann in Astronomie eine Doktorarbeit schreiben will, hat
man zur Zeit auch in Deutschland recht gute Karten, nach seiner
Doktorarbeit einen Job zu finden - nur nicht unbedingt in der
Wissenschaft, sondern beispielsweise in der Softwareentwicklung. Wie
die Situation allerdings hier und in den USA in fünf bis sechs
Jahren ist, wenn jemand sein
Studium abgeschlossen hat, der heute anfängt, ist schwer vorherzusagen.
Es ist vermutlich aber gefährlich zu glauben, ein Studium in den
USA würde einem eine dauerhafte Anstellung als Astronom
garantieren. Man kann nur jedem, der Astronomie studiert raten, sich
auch alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten beispielsweise in
der Computerbranche zu überlegen, falls es mit dem "Beruf
Astronom" nicht klappt. Überall auf der Welt gibt es mehr
Astronomiestudenten als Astronomenstellen und es kommt immer wieder
vor, dass auch "die besten" keine Dauerstelle finden, weil
es einfach zu wenig davon gibt. (ds/15. November 2000)
Haben Sie auch eine Frage? Frag astronews.com.