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Wie realistisch ist das Vorhaben, Rohstoffe auf Asteroiden abzubauen?

Die Firma Planetary Resources, die von einigen illustren Investoren aus der Film- und Internetbranche unterstützt wird, hat mit ihren kürzlich veröffentlichten Plänen zum Abbau von Rohstoffen auf Asteroiden für ein starkes Medienecho gesorgt. Die Idee, die auf Asteroiden vermuteten Rohstoffe abzubauen, ist allerdings nicht wirklich neu. Bevor dies aber gelingen kann, müssen eine ganze Reihe von Problemen gelöst und zahlreiche, bislang noch nicht - oder nicht für den Weltraumeinsatz - vorhandene Technologien entwickelt werden.

Zunächst einmal weiß man über die Beschaffenheit von Asteroiden bis heute noch viel zu wenig. Es gibt ganz verschiedene Arten von Asteroiden, von denen man Proben nehmen und analysieren müsste, um erst einmal festzustellen, ob ein Abbau von Rohstoffen überhaupt möglich und auch wirtschaftlich lohnend wäre. Potentielle Asteroiden zu finden, sie mit einer Sonde zu besuchen und die anschließende Auswertung der Daten ist ein Prozess, der sich über Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte hinziehen dürfte. Die ins Auge gefassten Asteroiden sind zwar "erdnah", doch bedeutet das nicht, dass sie sich - wie etwa die Internationale Raumstation ISS oder der Mond - innerhalb weniger Tage erreichen lassen würden. So soll etwa die NASA-Mission OSIRIS-REx 2016 starten, den erdnahen Asteroiden 1999 RQ36 2019 erreichen und 2023 dann eine Bodenprobe zur Erde zurückbringen. Selbst wenn man die rund 500 Tage an geplanter Beobachtungszeit im Asteroidenorbit abzieht, machen diese Zahlen deutlich, dass die gründliche Erforschung von Asteroiden einige Jahre in Anspruch nehmen dürfte.

Hat man einen Asteroiden gefunden, bei dem sich der Rohstoffabbau lohnt, wäre das nächste Problem zu lösen: Mit welchen Werkzeugen und Technologien kann der Abbau stattfinden und wie transportiert man die dazu notwendigen Instrumente auf den Asteroiden? Doch damit würden die logistischen Probleme erst beginnen: Wie nämlich, das wäre die nächste Frage, sollen die Rohstoffe wieder auf die Erde gelangen? Idealerweise müssten sie - um Kosten zu sparen - auch im All schon so veredelt werden, dass man nur den gewünschten Rohstoff zur Erde schaffen muss und nicht hauptsächlich Tonnen an nutzlosem Gestein.

Ich denke, die Aufzählung macht deutlich, dass ein solches Projekt nur über einen Zeitraum von Jahrzehnten gedacht und durchgeführt werden kann. Theoretisch dürfte all dies vermutlich realisierbar sein, aber eben sehr viel Entwicklungszeit und Geld benötigen. Planetary Resources will als erstes Projekt ein privates Weltraumteleskop entwickeln, mit dem auch nach geeigneten Asteroiden gesucht werden kann. Man steht also noch ganz am Anfang eines sehr langen und vor allem sehr teuren Weges. (ds/ 27. April 2012)

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