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In der Regel sind in Deutschland Astronomie oder Astrophysik keine Diplom-Studienfächer, sondern man studiert Physik, erstellt dort eine Diplomarbeit - oft schon mit einem astrophysikalischen Thema - und promoviert dann in Astronomie. Das ist im Grunde genommen auch gar nicht schlecht, denn Astronomie hat heute viel mehr mit Physik zu tun als sich das mancher Sternenfreund vorstellen mag. Die Computerprogramme der Astronomen, die Galaxien, das ganze Universum oder nur die Atmosphäre von Sternen simulieren, enthalten jede Menge von Formeln, die oft aus ganz anderen Gebieten der Physik stammen. Und auch beobachtende Astronomen benötigen eine gehörige Portion Physik für ihre Arbeit. Zudem ist ein Astronomie-Studium nicht unbedingt eine Ausbildung, die "zukunftssicher" ist. Es gibt wesentlich mehr Studenten und Astronomie-Doktoranden als feste Stellen, so dass ein breiteres physikalisches Wissen manche alternative Berufschance eröffnen kann. Von der oben genannten Diplom-Regel gibt es aber - angesichts neuer europäischer Abschlüsse - inzwischen Ausnahmen: So bietet beispielsweise die Universität Bonn inzwischen die Möglichkeit an, ein Studium zum "Master of Astrophysics" zu belegen, das sich von einen Physikdiplom-Studium unterscheidet. Nähere Einzelheiten dazu gibt es direkt bei der Universität Bonn unter http://www.astro.uni-bonn.de/german/students_studies.php. Doch dürfte auch hier gelten, dass man ohne Physik- und robuste Mathematik-Kenntnisse nicht weiterkommt. Ähnliches gilt übrigens auch für englische Sprachkenntnisse. Mehr und mehr deutsche Universitäten gehen dazu über, Fachvorlesungen, also meist nicht die Einführungsvorlesungen in ein Thema, in Englisch anzubieten. Für die Studenten mag das zunächst als ein Nachteil erscheinen, ist aber im Grunde genommen ein enormer Vorteil: Die Wissenschaftssprache ist nun einmal Englisch, viele Fachbücher gibt es nur auf Englisch, die Fachzeitschriften erscheinen nur auf Englisch und wer einmal eine astronomische Konferenz besucht, wird um Englisch nicht herumkommen.
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