Das Olberssche
Paradoxon ist heute keines mehr. Olbers aber, der von 1758 bis 1840 lebte, hatte
sich die Frage gestellt, warum der Nachthimmel nicht hell erscheint, wenn das
Universum unendlich groß ist und es überall ähnlich viele Sterne gibt wie in
unserer Umgebung. Er dachte dabei an ein ähnliches Phänomen, das sich auch bei
einem Blick in einen Wald zeigt: Durch die vielen Bäume schaut man praktisch auf
eine dunkle Wand. Licht aus der Gebiet hinter dem Wald erreicht uns nicht mehr.
Warum ist es also mit mit den Sternen - wenn auch umgekehrt - nicht genauso?
Olbers vermutete,
dass es zwischen den Sternen lichtverschluckende Materie geben müsse, was aber
aus heutiger Sicht nicht als Lösung in Frage kommt. Wir wissen mittlerweile,
dass das Universum relativ jung ist und wir daher nicht alle Sterne sehen
können. Wir leben lediglich in einem "sichtbaren Universum", das nur ein
Bruchteil des wirklichen Universums sein muss. Und das Sternenlicht in diesem
"sichtbaren Universum" reicht nicht für einen hellen Nachthimmel aus. Zusätzlich
wird durch die Expansion des Universums das Licht entfernter Sterne ins Rote
verschoben und das - je nach Entfernung - in einen nicht-sichtbaren Bereich des
Spektrums.
(ds/20.
Februar 2007)