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Stimmt es, dass am 25. Mai 2006 Teile des Kometen Schwassmann Wachmann 3 in den Atlantik stürzen werden, so wie es in manchen Zeitungen steht?

Eine große deutsche Boulevard-Zeitung berichtete vor einigen Tagen auf der Titelseite: "Komet rast auf Erde zu. 200 Meter hohe Flutwelle im Atlantik?" Doch wie gelangten die Kollegen aus Hamburg an diese vermeintlich brandaktuelle Meldung?

Eine kurze Recherche offenbart die ernüchternde Wahrheit. Zunächst ist die Meldung alles andere als aktuell: Schon eine kurze Recherche im Internet, etwa auf der für solche Fälle hervorragend geeigneten Webseite "Bad Astronomy", führt zu dem Ergebnis, dass die Meldung bereits Mitte April von Yahoo! verbreitet wurde. Yahoo! wiederum berief sich auf das so genannte "Exopolitics Institute", das sich auch mit Kornkreisen und UFO-Sichtungen beschäftigt und im April eine entsprechende Pressemitteilung veröffentlicht hatte.

Tatsächlich nähert sich der Erde der Komet "Schwassmann-Wachmann 3". Über dessen Geschichte, sein Auseinanderbrechen und Möglichkeiten zur Beobachtung konnte man sich ausführlich bei astronews.com informieren (Kometen: Ein Kometenschwarm im Mai). Besteht also tatsächlich die Gefahr, dass ein Fragment von Schwassmann-Wachmann 3 am 25. Mai die Erde trifft, wie der "französische Kometenforscher und Autor Eric Julien" laut Zeitungsangaben vorherberechnet hat?

Wohl kaum: Die eingangs erwähnte Pressemitteilung verrät nämlich auch, wie Julien zu seinen Erkenntnissen gelangte. In seine Berechnungen floss die Auswertung von Kornkreisen ein, die im Jahr des Auseinanderbrechens des Kometen 1995 erschienen waren und das innere Sonnensystem darstellten. Allerdings fehlte dabei die Erde, was er als warnende Botschaft einer höheren Intelligenz deutet, die auch für den Kometen verantwortlich ist.

Darüber hinaus verfolgen viele Astronomen auf der ganzen Welt die Bahn des Kometen und alle seine Fragmente liegen trotz des Auseinanderbrechens noch sehr dicht zusammen. Und damit nicht genug: Die Fragmente des Kometen erreichen nicht am 25. Mai, sondern bereits um den 12. Mai herum ihren geringsten Erdabstand. Sie werden allerdings auch dann noch rund zehn Millionen Kilometer von der Erde entfernt sein – also über 25 Mal weiter als der Mond von der Erde entfernt ist. Viele Asteroiden passieren die Erde in weitaus geringerem Abstand.

Doch selbst wenn ein Kometensplitter, der nach Juliens Angaben etwa so groß wie ein Lastwagen sein dürfte, die Erde treffen sollte, ist das kein Grund zur Besorgnis: Der Eisbrocken würde in der oberen Erdatmosphäre explodieren. Auf der Erde wäre dies vielleicht zu beobachten, irgendwelche Folgen hätte es jedoch nicht. (ds/10. Mai 2006)

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