astronews.com   zurück zu astronews.com

Zurück   astronews.com Forum > Forschung > Schwarze Löcher

Schwarze Löcher Diskussion über Schwarze Löcher

Werbung

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 23.07.2008, 20:18
Ich Ich ist offline
Registriertes Mitglied
 
Registriert seit: 06.07.2006
Ort: Mintraching
Beiträge: 1.167
Standard Rössler und die Mathematik

Hallo an alle,

viele, die noch keine Erfahrung mit den Tiefen des WWW im Allgemeinen und Cranks im Besonderen haben, stellen sich sicher die Frage: Wenn Rössler mit seinen Untergengsszenarien im Widerspruch zur gesamten physikalischen Welt steht, wieso konnte ihn noch niemand widerlegen? Ist da nicht doch was dran? Immerhin ist (war) er ein anerkannter Wissenschaftler.
Nun, Dr. Rössler war so freundlich, diese Frage für alle ersichtlich zu beantworten. Ich zeige hier auf, wie Rössler tickt, und zwar so, dass es jeder nachvollziehen kenn, der weiß was eine Substitution ist. Das ist besonders wichtig für diejenigen, die glauben, die Diskussion ginge über ihren Horizont und man müsste sich auf Rösslers Wort verlassen. Die Diskussion ist nicht besnders abgehoben, jeder mit guter Schulbildung kann die Argumente nachvollziehen, und es ist tatsächlich Rössler, der mit den elementaren Dingen nicht zurechtkommt. Jemand, der noch nie einen Crank erlebt hat, wird das nicht glauben können, aber das kommt tatsächlich häufig vor. Und hier habe ich die Gelegenheit, es zu beweisen.
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 23.07.2008, 21:02
Ich Ich ist offline
Registriertes Mitglied
 
Registriert seit: 06.07.2006
Ort: Mintraching
Beiträge: 1.167
Standard

Zitat:
Zitat von Ich
Wenn Rössler schon so scharf drauf ist, widerlegt zu werden, dann kann er das selber tun. Er behauptet ja unendliche Eigenzeit bis zum Erreichen den Horizonts, also eine physikalische Singularität daselbst.
mit y:=r-2M heißt's
ds²=-(y/(2M+y))dt²+((2M+y)/y)dy²
In der Umgebung des Horizonts (bei y~=0 also) mit beliebiger Genauigkeit
ds²=-(y/2M)dt²+(2M/y)dy²
Alle seine Gedankenexperimente und Überlegungen müssen in der Umgebung der Horizonts genauso für diese vereinfachte Metrik gelten.
Zitat:
Zitat von Rössler
Der Kritiker setzt voraus, dass ich recht habe (unendlicher Abstand des Horizonts) und macht dann Linearisierungen im Bereich des Unendlichen - Metaphysik.
So, da waren wir. Ich erkläre jetzt nocheinmal genau, was ich mache. Jeder, der Rössler glaubt, möge Bleistift und Papier zur Hand nehmen und jeden einzelnen Schritt nachvollziehen. Es geht nicht über Schulmathematik hinaus.

Vorbemerkungen:
Weil Formeln hier schnell unübersichtlich werden, benutze ich geometrische Einheiten. 2M ist der Schwarzschildradius, er beträgt für die Sonne etwa 3 km. Was eine Metrik ist und weiteres erfährt man über Wikipedia, es ist allerdings irrelevant für diese Diskussion.
Am Schwarzschildradius ist der "Ereignishorizont", der Ort ohne Wiederkehr. Dort spielt die Musik, insbesondere behauptet Rössler, er sei gar nicht in endlicher Eigenzeit zu erreichen. Wir untersuchen also genau diesen.

Die Schwarzschildmetrik (in zwei Koordinaten) lautet:
ds² = -(1-2M/r)dt² + 1/((1-2M/r))dr²
Was das zu bedeuten hat, ist erstmal egal, es handelt sich für uns einfach um eine mathematische Gleichung. Eine übrigens, deren Richtigkeit Rössler voraussetzt.
Ich möchte sie in eine andere Form bringen, und dazu substituiere ich eine Variable.
Ich definiere eine Variable y als
y := r -2M, also r = y + 2M
ferner gilt (ist nicht wichtig, nur der Vollständigkeit halber):
dy/dr = 1, also dy = dr
Jetzt substituiere ich also und erhalte:
ds² = -(1-2M/(y+2M))dt² + 1/(1-2M/(y+2M))dy²
Das war einfach, ich bringe jetzt noch jeweils auf einen Nenner:
ds² = -(y/(y+2M))dt² + (y+2M)/y dy²
Auch einfach, leicht nachzurechnen. Bis jetzt habe ich an der Gleichung nichts wirklich geändert, sondern sie nur umformuliert.
Jetzt will ich sie durch eine Näherung vereinfachen. Uns interessiert das Verhalten der Gleichung in der Nähe des Ereignishorizonts, also bei r ~= 2M bzw. y~=0. Für y~=0 wird y+2M zu ~0+2M = 2M. Ich schreibe also in erster Näherung statt y+2M nur noch 2M.
ds² = -(y/(2M))dt² + 2M/y dy².
Man darf sich gerne durch Einsetzen beliebiger Zahlen von der Gültigkeit dieser Näherung überzeugen. Zum Beispiel 2M = 3 km, y=3 m. Dann ist der exakte Wert für den zweiten Term 1001, der genäherte 1000. Je kleiner ich y wähle, desto kleiner wird der relative Fehler. Diese genäherte Metrik beschreibt also beliebig genau die Umgebung des Ereignishorizonts, was sie ja auch soll.

So.
Was sagt Rössler dazu?

Zitat:
Der Kritiker setzt voraus, dass ich recht habe (unendlicher Abstand des Horizonts) und macht dann Linearisierungen im Bereich des Unendlichen - Metaphysik.
Habe ich vorausgesetzt, dass er recht hat? Habe ich nicht.
Mache ich Linearisierungen im bereich des Unendlichen? Nun, was immer das sein soll, jeder kann sich leicht überzeugen, dass richtig ist, was ich mache.
Ist es "Metaphysik", mit der Rössler seine Schwierigkeiten hat? Nein, es ist offensichtlich ein anderes Gebiet, nämlich die Schulmathematik.

Warum das Ganze wichtig ist, zeigt sich erst nach einer weiteren Substitution. Es zeigt, dass Rösslers "Beweise" zu offensichtlichen Widersprüchen in der realen Welt führen, die es nicht gibt. Dass alle seine "Beweise", wie auch immer sie ausgeführt sind, einfach falsch sind.

Geändert von Ich (23.07.2008 um 21:37 Uhr). Grund: Passt schon
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 23.07.2008, 21:11
ralfkannenberg ralfkannenberg ist offline
Registriertes Mitglied
 
Registriert seit: 16.09.2005
Beiträge: 2.413
Standard

Zitat:
Zitat von Ich Beitrag anzeigen
Ich definiere eine Variable y als
y := r -2M, also r = y + 2M

(...)

ds² = -(1-2M/(y+2M))dt² + 1/(1-2M/(y+2M))dy²

(...)

ds² = -(y/(y+2M))dt² + (y+2M)/y dy²
An dieser Stelle möchte ich stoppen, ich sehe das nicht ...

gemäss dieser Umformung wäre ja beim ersten und beim zweiten Summanden jeweils y = 1 - 2M;
Du hast aber definiert y:= r - 2M



Freundliche Grüsse, Ralf
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 23.07.2008, 21:20
Ich Ich ist offline
Registriertes Mitglied
 
Registriert seit: 06.07.2006
Ort: Mintraching
Beiträge: 1.167
Standard

1-2M/(y+2M)

((y+2M)-2M)/(y+2M)

y/(y+2M)

für 1/ (das Ganze) spare ich mir die Rechnung.

1 ist also nicht y+2M, sondern 1 = (y+2M)/(y+2M)
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 23.07.2008, 21:30
ralfkannenberg ralfkannenberg ist offline
Registriertes Mitglied
 
Registriert seit: 16.09.2005
Beiträge: 2.413
Standard

Zitat:
Zitat von Ich Beitrag anzeigen
1-2M/(y+2M)

((y+2M)-2M)/(y+2M)

y/(y+2M)

für 1/ (das Ganze) spare ich mir die Rechnung.

1 ist also nicht y+2M, sondern 1 = (y+2M)/(y+2M)
Hallo Ich,

entschuldigung, ich habe eine Klammer zuviel gesehen:

Du schreibst ds² = -(1-2M/(y+2M))dt² + 1/(1-2M/(y+2M))dy² und nicht

ds² = -(1-2M)/(y+2M))dt² + ...


Dann ist Deine Umformung natürlich richtig:

-(1-2M/(y+2M))dt² + 1/(1-2M/(y+2M))dy² =

= -((y+2M)/(y+2M)-2M/(y+2M))dt² + 1/( (y+2M)/(y+2M)-2M/(y+2M))dy² =
= -((y+2M-2M)/(y+2M))dt² + 1/( (y+2M-2M)/(y+2M))dy² =
= -(y/(y+2M))dt² + 1/( y/(y+2M))dy² =
= -(y/(y+2M))dt² + (y+2M)/y dy²

in Übereinstimmung mit Dir.

Allerdings ist noch zu beachten, dass ein möglicher Fall y+2M = 0, also y = -2M, seperat zu behandeln ist.


Freundliche Grüsse, Ralf

Geändert von ralfkannenberg (23.07.2008 um 21:36 Uhr).
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 23.07.2008, 21:35
Ich Ich ist offline
Registriertes Mitglied
 
Registriert seit: 06.07.2006
Ort: Mintraching
Beiträge: 1.167
Standard

Löschen, Blödsinn.
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 23.07.2008, 21:40
ralfkannenberg ralfkannenberg ist offline
Registriertes Mitglied
 
Registriert seit: 16.09.2005
Beiträge: 2.413
Standard

Hallo Ich,

entschuldige, dass ich schon wieder "meckere":

Zitat:
Zitat von Ich Beitrag anzeigen
Ich definiere eine Variable y als
y := r -2M, also r = y + 2M
Beachte, dass diese Definition zunächst nur gültig ist, solange 2M endlich ist ! - Andernfalls musst Du versuchen, eine Grenzwertbetrachtung zu tätigen !


Zitat:
Zitat von Ich Beitrag anzeigen
Mache ich Linearisierungen im bereich des Unendlichen?
Meiner Einschätzung nach ja. - Ich sage nicht, dass das nicht reparierbar wäre, aber so wie Du es aufschreibst ja, auch wenn ich nicht genau weiss, was eine "Linearisierung" im Bereich des Unendlichen sein soll, aber Du bildest Summen und Differenzen mit "unendlich" und da muss man sich doch etwas mehr dazu überlegen.


Freundliche Grüsse, Ralf

Geändert von ralfkannenberg (23.07.2008 um 21:43 Uhr).
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 23.07.2008, 21:51
Ich Ich ist offline
Registriertes Mitglied
 
Registriert seit: 06.07.2006
Ort: Mintraching
Beiträge: 1.167
Standard

Zitat:
Beachte, dass diese Definition zunächst nur gültig ist, solange 2M endlich ist ! - Andernfalls musst Du versuchen, eine Grenzwertbetrachtung zu tätigen !
Ja. 2M ist die doppelte Masse des Schwarzen Lochs. Die sollte wohl endlich sein.
Zitat:
Zitat:
Mache ich Linearisierungen im bereich des Unendlichen?
Meiner Einschätzung nach ja. - Ich sage nicht, dass das nicht reparierbar wäre, aber so wie Du es aufschreibst ja, auch wenn ich nicht genau weiss, was eine "Linearisierung" im Bereich des Unendlichen sein soll, aber Du bildest Summen und Differenzen mit "unendlich" und da muss man sich doch etwas mehr dazu überlegen.
Wo bilde ich Summen und Differenzen mit dem Unendlichen? Ich bilde solche mit 0.
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 23.07.2008, 22:29
Aragorn Aragorn ist offline
Registriertes Mitglied
 
Registriert seit: 30.12.2005
Ort: Ansbach
Beiträge: 1.078
Standard

Zitat:
Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
Meiner Einschätzung nach ja. - Ich sage nicht, dass das nicht reparierbar wäre, aber so wie Du es aufschreibst ja, auch wenn ich nicht genau weiss, was eine "Linearisierung" im Bereich des Unendlichen sein soll, aber Du bildest Summen und Differenzen mit "unendlich" und da muss man sich doch etwas mehr dazu überlegen.
ds² = -(y/(2M))dt² + 2M/y dy²

Meinst du das weil der zweite Term 2M/y für y->0 gegen unendlich geht?

Und mit der vorherigen Substitution y := r -2M
ist y=0 bei r=2M -> also direkt beim Schwarzschildradius

Gruß Helmut
Mit Zitat antworten
Werbung
  #10  
Alt 24.07.2008, 08:44
ralfkannenberg ralfkannenberg ist offline
Registriertes Mitglied
 
Registriert seit: 16.09.2005
Beiträge: 2.413
Standard

Zitat:
Zitat von Ich Beitrag anzeigen
2M ist der Schwarzschildradius
Zitat:
Zitat von Ich Beitrag anzeigen
Ja. 2M ist die doppelte Masse des Schwarzen Lochs. Die sollte wohl endlich sein.
Hallo zusammen,

ich stehe momentan ein bisschen auf dem Schlauch: Was ist 2M ?

Der Schwarzschildradius oder die doppelte Masse des Schwarzen Loches ?


Freundliche Grüsse, Ralf
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist aus.
HTML-Code ist aus.
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Gefahren durch die Experimente am CERN - LHC tom.1st Schwarze Löcher 2782 17.09.2008 22:35
Was ist der experimentelle Bezug von c? Jocelyne Lopez Gegen den Mainstream 758 27.06.2006 17:44
Was war als erstes da? und dürfte es uns überhaupt geben? el buscar Forschung allgemein 15 13.01.2006 23:28
weiße Löcher - nur Mathematik oder doch vorhanden Hypercube Schwarze Löcher 15 22.12.2005 21:46
Mathematik der Stringtheorie Barcelona99 Forschung allgemein 0 16.11.2005 14:35


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 20:43 Uhr.

an.c Home | Nachrichten | AstroNews4U | AstroLinks | AstroGlossar | Frag astronews.com | Forum | Sternenhimmel | Startrampe | TV-Guide | Bild des Tages | Suche | Über uns | Impressum Werbung  | Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2010. Alle Rechte vorbehalten.  [ Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung ]  

Powered by vBulletin® Version 3.7.3 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2010, Jelsoft Enterprises Ltd.