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Thema: Bostroms Simulations-Hypothese

  1. #31
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    "Wir leben sehr wahrscheinlich in einer Computersimulation" - Ich gehe nicht davon aus, dass Bostrom damit meinte, dass wir, oder viele, oder "ich" als einziger User gerade eine Simulation benutzen (zwar interessant, aber trifft nicht den Kern der Sache).
    Sondern dass wir, auch "ich", lediglich simulierte, aber zu Bewusstsein fähige Individuen sind.

    Quelle: engl. Wikipedia-Artikel, fett von mir
    Suppose that these simulated people are conscious
    Es geht ihm offenbar darum, ob WIR eine selbstlaufende, sich ihrer selbst bewusste Simulation sind, OHNE individuelle personelle Entsprechung in der simulierenden Welt.
    Es geht ihm nicht darum ob wir/ich als Wesen einer anderen Realität gerade diese Simulation besuchen.

    Wenn ich davon ausgehe, könnten wir genausogut auch eine zufällig funktionierende Simulation von beliebig vielen Versuchen sein, welche Bewusstsein hervorgebracht hat, und welche mit der ihr übergeordneten Realität und Physik so viel zu tun hat wie z.B. zelluläre Automaten mit der unseren. Und ebensowenig wie ein angenommener bewusster "Blinker" Glitches in den Regeln seines zellulären Automaten erkennen könnte, können wir das in unserem Universum. Weil es unter den so definierten Umständen einfach keine geben kann.

  2. #32
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    Interessanter Punkt joeydee. So hatte ich das noch gar nicht gelesen. ODER ich bin doch der einzige echte Teilnehmer dieser Simulation und die Simulation selbst versucht mich gerade auf die falsche Fährte zu locken (mit Hilfe von dir ).

  3. #33
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    Nach dieser Quelle geht sie also von einer bottom-up Simulation aus, die also ohne definiertes Ziel ein Universum simuliert, in dem wir zufälligerweise entstanden sind.
    Diese Aussage ist halt nicht zu unterscheiden von "Gott hat die Welt erschaffen".
    Simulation und Universum, Simulator und Gott sind da völlig austauschbare Begriffe.

  4. #34
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    Zu dem Schluss war ich auch gekommen, Alex. Wobei es eigentlich egal ist, ob bottom-up oder designed mit beliebig restriktiven Regeln - unsere Wahrnehmung endet immer mit diesen.

    Was auch irgendwie reinpasst:
    Ich weiß nicht mehr ob es hier war oder ich es in einem Buch gelesen habe, aber im Zusammenhang mit Determinismus/Chaos kam irgendwo mal der Gedanke auf, dass das Universum in sich sein eigener schnellster "Computer" sein könnte, mit seinen Elementarteilchen als kleinste Recheneinheit (es hieß dabei nicht, dass es eine Simulation sei). Beinhaltet einfach nur die These, man könne nie eine Simulation innerhalb des Universums laufen lassen, die das Universum in allen notwendigen Details tief und schnell genug simuliert, um es beliebig weit und genau vorherzusagen.
    Als geschlossenes System könnte in dem Fall die Simulationshypothese für uns unbeweisbar/unwiderlegbar bleiben.

  5. #35
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    Zitat Zitat von joeydee Beitrag anzeigen
    aber im Zusammenhang mit Determinismus/Chaos kam irgendwo mal der Gedanke auf, dass das Universum in sich sein eigener schnellster "Computer" sein könnte, mit seinen Elementarteilchen als kleinste Recheneinheit (es hieß dabei nicht, dass es eine Simulation sei). Beinhaltet einfach nur die These, man könne nie eine Simulation innerhalb des Universums laufen lassen, die das Universum in allen notwendigen Details tief und schnell genug simuliert, um es beliebig weit und genau vorherzusagen.
    das scheint mir nicht ganz zwingend.

    Es scheint mir zwar schwer vorstellbar, daß Simulatoren eine Simulation, in der "Zeit vergeht", bewerkstelligen können, ohne daß sie selbst so etwas wie Zeit kennen.

    Aber: die Simulatoren-Zeit braucht doch keineswegs mit der simulierten Zeit übereinzustimmen. Grob gesprochen: Wenn die Rechenkapazität der Simulatoren an einer Grenze angekommen ist, wird die Simulation angehalten und Kapazität aufgerüstet, dann gehts weiter, und auf der Ebene der Simulation merkt man nicht das geringste von der Unterbrechung. Oder generell: die Simulation einer bestimmten Zeitspanne kann auf der Ebene der Simulatoren in der Simulatorenzeit beliebig lange dauern, die Bedingung "schnell genug" trifft also nicht zu.

    oder sehe ich das falsch?
    Geändert von zabki (06.12.2017 um 17:23 Uhr)

  6. #36
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    Hallo,

    Zitat Zitat von joeydee Beitrag anzeigen
    "Sondern dass wir, auch "ich", lediglich simulierte, aber zu Bewusstsein fähige Individuen sind.
    Ja genau darum geht es.

    Das hier
    Zitat Zitat von void Beitrag anzeigen
    Aber eine sinnvolle Variante einer Single-Simulation gibt es doch: du selbst bist in Wirklichkeit ein Angehöriger der Spezies, welche diese Simulationen
    durchführt. Du hast dir vor kurzem erst die neueste Sim-Station gekauft, dich angeschlossen und im Menu hast du "Mensch", "Erde 21.Jh" und noch ein paar Details
    ausgewählt und dann den Start-Knopf gedrückt.

    Deine echten Alien-Erinnerungen werden blockiert, und du befindest dich in der Ego-Simulation, und führst deine Mensch-Leben-Illusion. Natürlich alles irgendwie
    zeitlich gedehnt, denn nach Lebens- äh -- Spiel-Ende, wenn du dich wieder ausgestöpselt hast, sind erst ein paar Alien-Stunden vergangen.
    void
    meint er sicherlich nicht (was aber die Möglichkeit nicht ausschließt).

    Soweit ich es überblicke, macht er aber keine Annahmen über top-down oder bottom-up etc.

    Das
    Zitat Zitat von zabki Beitrag anzeigen
    ...wird die Simulation angehalten..., dann gehts weiter, und auf der Ebene der Simulation merkt man nicht das geringste von der Unterbrechung"
    ist sicherlich richtig. So funktionieren sogar unsere Computer bereits.
    Unter der Annahme, man hat genau einen Prozessor bzw. Core, dann gibt es keine "parallel" laufenden Prozesse, wir nehmen es nur so wahr, wenn wir mehrere Programme
    geöffnet haben. Ein Prozess (oder ein Thread in Multithread-Anwendungen) wird für sehr kurze Zeit ausgeführt, dann erfolgt ein "Context-Switch": der Status des ausgeführten
    Prozesses wird gespeichert und es wird der Status des nächsten Prozesses geladen. Dann wird dieser kurz ausgeführt, usw.
    Ein Prozess selbst "merkt" davon nichts, aus seiner Sicht läuft er kontinuierlich.

    Grüße

  7. #37
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    Zitat Zitat von zabki Beitrag anzeigen
    oder sehe ich das falsch?
    Ich, als angenommen simulierte Instanz in meinem simulierten Universum, hätte aber nicht diese Kapazität oder Möglichkeit, mein eigenes Universum vorherzusagen, da es zwar prinzipiell vorhersagbar wäre (deterministisch, da Simulation ja die Annahme ist), aber ich selbst es entweder nur vereinfacht/unvollständig oder langsamer simulieren kann (selbst wenn ich ohne Unschärfe den kompletten aktuellen Zustand messen könnte).
    Oder so ausgedrückt: Lass auf einem Computer einen Emulator laufen, der diesen Computer schneller emuliert, als er selbst ist. Geht, wenn ich das Netzwerk öffne und die Aufgabe mit weiteren parallelisiere. Aber der Computer selbst kann es nicht, sonst könnte man Computer beliebig schnell machen.
    Der Zusammenhang ist allerdings nur ein vager Gedanke, da mir spontan diese Analogie ("eigener schnellster Computer" im Zusammenhang Determinismus und Vorhersagbarkeit) in den Sinn kam, und diese grundsätzliche Nicht-Vorhersagbarkeit evtl. auch die Grenze andeuten könnte, die uns hindert unser Universum ohne Hilfe von "außen" überhaupt jemals als echt oder simuliert klassifizieren zu können.
    Und was es auch nahelegt: Wenn unser (immer noch angenommen simuliertes) Universum uns an allen Ecken und Enden vollständig und schlüssig erscheint (kein "Amerika ist noch gar nicht erstellt" oder "wir simulieren nur was beobachtet wird"), dann muss diese unsere Simulation offensichtlich weniger komplex sein als das übergeordnete Universum/der Rechner, wo sie läuft.
    Diese Schlüsse sind weit gegriffen, das kann ich nicht näher ausführen oder belegen als mit dem hier gesagten.

  8. #38
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    richtig, ich habe wieder mal was anderes hineingelesen als da stand.

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