Hallo und Willkommen, Tabernakel!

Zitat von
tabernakel
Bürger werden immer allergisch darauf reagieren dass hundert Quadratkilometer ihres Landes durch einen gigantischen Feuerball zerstört werden, egal ob im Jahre 2100 oder 3000. Oder sehe ich das falsch?
Wenn die Bürger nur bruchstückhaften zusammenhanglosen Mist durch die Medien erfahren, ja. Wenn die Bürger keinerlei Mitspracherecht bekommen oder aber schlicht kein Interesse zeigen wollen, ja. Sonst nein. Warum? Naja, der Feuerball wird ganz einfach fehlen.
Kommen wir mal zurück auf den Boden. Antimaterie dürfte auf lange Sicht das erste wirklich kompakte Speichermedium für Energie werden. Wenn man die betroffenen Menschen vollständig über die realen Risiken aufklärt statt Schwarzmalerei zu betreiben (wie Du), dann ist das Thema recht unkritisch.
- Die Mengen Antimaterie, die überhaupt zu einer lebensbedrohlichen Explosion führen, werden nicht heute und nicht in den nächsten 20-50 Jahren existieren - außer die heutige Physik ist eine Einbildung und die Wissenschaftler finden eine Möglichkeit, die Variablen mal eben umzuschubsen, um schneller an Antimaterie zu kommen. Ohne Dich erneut zu zitieren, Du schreibst etwas von der Möglichkeit, dass ein Forscher ja vielleicht auf eine effiziente Möglichkeit stoßen könnte, Antimatierie herzustellen. Das klingt ganz so, als steht für Dich fest, dass das nur in Bezug auf Herstellung, nicht auf Sicherheit, möglich ist, nicht wahr!? Mir stellt sich da die Frage: "Wie kommst Du auf diese einseitige Einschränkung?"
- Allein basierend auf der Vorstellungskraft von heute kann man nicht auf Techniken von morgen oder gar übermorgen schließen. Nenn mir doch bitte mal drei unvorhersehbare Erfindungen der nächsten 5 Jahre im Bereich Elektrotechnik.
- Die Vergrößerung von Speicher und Produktion erfolgt nur iterativ durch Synergieeffekte (ich muss zugeben, echt tolles Bullshitbingo
). - Antimaterie wird transportierbar und wir benötigen tragbare Energie. Erdwärme beispielsweise können wir nicht mitnehmen.
- etc. (ganz ehrlich, mir fehlt einfach die Lust, das alles aufzuschreiben)
Ich möchte Dir gern einmal die Tragweite von Schwarzmalerei demonstrieren:
In meinem Fall wurde irgendeinem 08/15 Journalisten der Allerwerteste hochgebunden, eine bessere Story über Antimaterie zu bringen als die Konkurrenz. Was macht er? Er führt ein Interview. Mit etwas Unglück prallen jetzt zwei Welten aufeinander. Spezialisten fehlt häufig die pädagogische Begabung, den katastrophenorientieren Ich-kann-alles-ich-weiß-alles-ich-hab-Internet-Neuzeitmenschen mit Fakten zu versorgen, da dieser eh immer alles besser weiß. Journalisten passen durchaus in diese Kategorie.
Beispielsweise ließe sich das gute Argument, dass die benötigten Erfindungen erst nach jahrelanger detailverliebter Forschung, durch hochspezialisierte, akademisch gebildete Menschen, vorhanden sein werden, vollständig durch ein Wort wie "explosiv" ausblenden. Aus "explosiv" wird "Explosionsgefahr", dann "Explosion" und dann "Bombe". Auf das Wort "Bombe" reagiert dann auch der kleinste IQ auf dem Netto-Parkplatz, selbst noch nach dem 5. Bier. Und eben jener IQ fühlt sich dann genötigt, mal eben kundzutun, dass er sich in seinem demokratischen Mitspracherecht eingeschränkt fühlt, vermutlich mit den Worten "Diese Idioten werden uns noch alle umbringen" (ich habe, der Lesbarkeit halber, das zu erwartende Gelalle nach 5 Bier mal weggelassen).
Du siehst, mit maßlosen Übertreibungen kann man ganz schön viel Schabernack betreiben. "Wir werden alle sterben, wenn..."
Geändert von Runzelrübe (14.03.2012 um 01:43 Uhr)
Es ist eine besonders hübsche Kunst, sich in Dinge einweihen zu lassen, über die man Bescheid weiß, und zwar von Leuten, die nicht Bescheid wissen. - Alain Peyrefitte
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