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Suzi
05.11.2005, 20:46
Hallo,

leider konnte ich zu meinem Anliegen kein passenderes Forum finden.

Den threats nach zu urteilen sind einige Mitglieder Physikstudenten. Ich hege seit zwei Jahren das Verlangen Physik zu studieren und langsam muss ich mich entscheiden.

Nach der 10. habe ich Physik abgewählt; den Leistungskurs Mathe ohne Probleme belegt.

In wie weit werden Grundlagen im Physik-Grundstudium erarbeitet, die auf die Oberstufe zurückreichen?
Welche Lehrbücher, die den Stoff der Oberstufe behandeln, könnt ihr empfehlen ( demn. für autodidakten geeignet)?

Vielen Dank
Ich hoffe auf eure Antworten

Suzi

Flozifan
05.11.2005, 23:11
Hallo,

leider konnte ich zu meinem Anliegen kein passenderes Forum finden.

Den threats nach zu urteilen sind einige Mitglieder Physikstudenten. Ich hege seit zwei Jahren das Verlangen Physik zu studieren und langsam muss ich mich entscheiden.

Nach der 10. habe ich Physik abgewählt; den Leistungskurs Mathe ohne Probleme belegt.

In wie weit werden Grundlagen im Physik-Grundstudium erarbeitet, die auf die Oberstufe zurückreichen?
Welche Lehrbücher, die den Stoff der Oberstufe behandeln, könnt ihr empfehlen ( demn. für autodidakten geeignet)?

Vielen Dank
Ich hoffe auf eure Antworten
Suzi

Hallo Suzi!
Also, im Prinzip musst du keine Vorkenntnisse in Physik haben, das Grundstudium fängt wirklich bei den absoluten Grundlagen an. Allerdings ist das Tempo sehr hoch - wenn du den Stoff schon mal gehört hast tust du dich natürlich sehr viel leichter, sonst must du sehr konzentriert mitarbeiten. Du solltest dir aber auch darüber im klaren sein, dass der eigentliche Knackpunkt die Mathematikvorlesungen sind - auch mit Leistungskurs Mathe wird ein hoher Zeitaufwand dafür draufgehen, die Mathematik an der Uni ist schon ein ganzes Stück anspruchsvoller als im Leistungskurs. Wenn du vor dem Studium schon mit Physik anfangen willst könnte man den "Nolting" empfehlen, das ist eine Buchreihe (7-teilig) auf relativ einfachem Niveau, der mehr die Theoretische Physik abdeckt, von der klassischen Mechanik bis zu Vielteilchensystemen. Für die Experimentalphysik ist der "Gerthsen" nicht schlecht, der deckt auch die gesamte Physik ab und zumindest die grundlegendsten Experimente sind behandelt. Beide schürfen nicht so tief wie die meisten Professoren das gerne haben, aber als Grundlage zum Studiumsbeginn ganz gut. Einfach mal bei Amazon oder sonstwo die Namen eingeben, da findest du die schon.

Gruss,
Flozifan

PS: Ich hatte ein ähnliches Problem wie du und kann dir aus Erfahrung sagen dass es trotzdem zu schaffen ist, nur Mut!

Suzi
06.11.2005, 14:31
Hallo,

du sagst das Physikstudium fußt auf hohem Tempo. Kannst du das ein wenig konkretisieren? ( Thema, Zeit)

Beispiel Mathe:
Ich habe vor zwei Wochen quasi zum Selbsttest angefangen Vektoranalysis zu lernen. Analysis, Vektorrechnung sind eher weniger das Problem.
Mein Problem ist die wissenschaftlich korrekte Darlegung der Rechnungen. So wird eine Formel je nach Bedarf in eine andere Darstellungsform gebracht, was sehr irritiert ( z.B. Vektoranalysis, Wikibook), aber dennoch zum Ziel führt.
In der Schule hat man sehr anschaulich geabeitet.

Gewöhnt man sich schnell daran und kommt man, trotz hohem Tempo, in der Anfangsphase mit?

Bis bald

Suzi

ralfkannenberg
07.11.2005, 09:58
Also, im Prinzip musst du keine Vorkenntnisse in Physik haben, das Grundstudium fängt wirklich bei den absoluten Grundlagen an.Ha ha ha !

Ich habe "nur" Grundkurs Physik belegt und der wurde nur in der 12.Klasse angeboten. Während meiner Bundeswehrzeit habe ich auch etwas Physik nachgeholt. - Und damit musste ich bei meinem Mathestudium ins Nebenfach Physik (die Bezeichnung "2.Hauptfach" träfe den Kern besser). Vielleicht übertreibe ich nun, aber es war eine Schinderei, es war eine absolut lebensverneinende Scheisse: 2 Jahre lang konnte ich mir fast keine Freizeit gönnen, habe statt Mathematik zu lernen die meiste Zeit ohne Sinn und Verstand das Zeug fürs Vordiplom gebüffelt (und knapp bestanden) und danach die Uni gewechselt, bei der es keine Physik mehr gab.

Ich denke, man kann das so schwarz weiss nicht betrachten: Denn umgekehrt hatte ich von der Schule her sehr gute Vorkenntnisse in Linearer Algebra, die meine Kommilitonen nicht hatten; hatte ich den Eindruck, dass die Vorlesung mehr oder weniger bei Null anfing, so sah ich, wie sich meine Kommilitonen damit sehr sehr schwer taten.

Insgesamt würde ich aber auch sagen - wenn Du es Dir zutraust, dann versuche es ! Vorlesungen, die ich mir zugetraut habe, habe ich immer gut absolvieren können. Ok, man muss dafür arbeiten, aber das macht dann ja auch Spass !

ralfkannenberg
07.11.2005, 11:01
Insgesamt würde ich aber auch sagen - wenn Du es Dir zutraust, dann versuche es ! Vorlesungen, die ich mir zugetraut habe, habe ich immer gut absolvieren können. Ok, man muss dafür arbeiten, aber das macht dann ja auch Spass !Ein Beispiel - auch wenn das nicht Physik, sondern Algebra war, kann das verdeutlichen:

Da hatte ich Kommilitonen, die sind, wenn sie erst um 10 Uhr die erste Vorlesung hatten, um 8 Uhr in die Bibliothek gegangen und haben dort die 20 Seiten im Buch schon mal vorgearbeitet. Ich war immer tief beeindruckt, wenn ich sowas gehört habe.

Ich selber habe diese Algebra in den Semesterferien nachgearbeitet, d.h. den Stoff hätte ich eigentlich schon ein bisschen kennen sollen ! - Ich habe jeden Tag gearbeitet, in Ruhe und ohne Hektik; es hat Spass gemacht, aber es waren keine Ferien. Am Abend war ich lächerliche 4 Seiten weiter als am Morgen. Man kommt sich vor wie der letzte Idiot, wie eine völlig deplatzierte Flasche.

Aber am Ende der Semesterferien war das Buch durchgearbeitet und nach dem Vordiplom fand ich in der Algebra-Prüfung bei meiner Note den Wert "sehr gut".

Flozifan
07.11.2005, 11:37
Hallo,

du sagst das Physikstudium fußt auf hohem Tempo. Kannst du das ein wenig konkretisieren? ( Thema, Zeit)


Na ja, die komplette klassische Mechanik inkl. Hydrodynamik z.B. in 4-5 Wochen mit je 2 Vorlesungen. Eine Vorlesung ist auch nicht unbedingt mit der Schule zu vergleichen, das ist mehr als Anleitung zu verstehen was man lernen soll.



Beispiel Mathe:
Ich habe vor zwei Wochen quasi zum Selbsttest angefangen Vektoranalysis zu lernen. Analysis, Vektorrechnung sind eher weniger das Problem.
Mein Problem ist die wissenschaftlich korrekte Darlegung der Rechnungen. So wird eine Formel je nach Bedarf in eine andere Darstellungsform gebracht, was sehr irritiert ( z.B. Vektoranalysis, Wikibook), aber dennoch zum Ziel führt.
In der Schule hat man sehr anschaulich geabeitet.


Also es wird schon auch mit Beispielen gearbeitet, insofern ist das dann anschaulich. Formelmanipulation ist ganz wesentlich in der Physik, aber das eigentliche Ziel ist ja hinter die Formeln zu schauen, was ist die physikalische Aussage jenseits der konkreten mathematischen Darstellung? Genau das muss man lernen, das ist auch viel Erfahrung und Intuition gefragt, das sollte mit der Zeit kommen.



Gewöhnt man sich schnell daran und kommt man, trotz hohem Tempo, in der Anfangsphase mit?


Ohne dich abschrecken zu wollen: wenn man sich nicht daran gewoehnt und irgendwo abgehaengt wird, dann wird es sehr schwer! Bei mir waren nach 3 Semestern gut 50% der Studenten "verschwunden", haben aufgegeben, das Fach gewechselt oder so. Aber man kann mitkommen, keine Frage (die anderen 50% haben es ja geschafft!)

Was Ralf geschrieben hat kann ich auch nur bestaetigen, das "lustige" Studentenleben ist mehr was fuer Germanisten oder so (will niemanden beleidigen :p ), die haben vielleicht noch sowas wie Freizeit. Wenn du so 20 Wochenstunden Vorlesung hast, also 10 Vorlesungen pro Woche=2Vorlesungen pro Tag musst du mit mindestens 60 Stunden Aufwand pro Woche rechnen, Tutorien, Uebungen, Bibliothek, usw. Da brauchst du schon wirkliche Begeisterung fuer die Physik, aber wenn du die hast gibt es nichts schoeneres!

Gruss,
Flo

ralfkannenberg
07.11.2005, 12:38
Aber man kann mitkommen, keine Frage (die anderen 50% haben es ja geschafft!)Ich glaube, das ist es. Einige haben geglaubt, dass sie irgendwann "das" Aha-Erlebnis haben. Bei mir kam es nie ...
Aber einige haben einfach seriös gearbeitet und sich durchgebissen. Die haben es auch geschafft. Und ausserdem gibt es auch Assistenten, die einem gerne helfen - als ich Assistent war, habe ich das übrigens auch gerne gemacht.

Ich musste das übrigens lernen, dass ich zwar zeitintensiv vorbereitet aber ohne jegliches Verständnis in eine Prüfung gegangen bin und mit einer überraschend guten Note wieder herauskam. Zu Schulzeiten gab es sowas nicht und gute Prüfungen waren auch keine Abfragerei, sondern ein Lehrgespräch. Man sagt, bei einer guten Prüfung lernt man noch etwas dazu; irgendwie tönt das komisch, aber es ist zutreffend.

Miora
07.11.2005, 16:47
Hallo Suzi,

ich habe zwar nicht Physik studiert, sondern Chemie, aber es gibt ja durchaus Parallelen.

Es muss Dir klar sein, dass studieren heisst, aus eigenem Antrieb zu lernen. Die Vorlesungen sind mehr Anreiz und Überblick, die Arbeit, das Lernen, leistest selbständig Du! Und die sogenannten Semesterferien gibt es nicht, man hat dann lediglich keine Vorlesung. Man kann durchaus Urlaub machen, aber es nicht wie bei den stereotypen Studenten, die nicht wissen was anfangen in den "Semesterferien". Ich hatte stets das Gefühl, dass diese Einsicht denjenigen gefehlt hat, die nach dem 2. Semester nicht mehr dabei waren (von ca. 85 auf 25).

Die Unterschiede im Wissenstand bei den Studenten sind sehr gross, das variert mit der Schule, den Bundesländern etc. Der eine Grundkursler kann mehr wissen als einer aus dem Hauptkurs (Ich gebe das Praktikum für Erstsemester und habe stets Leute dabei, die bereits gelehrte Laboranten sind, sowie andere, an deren Schulen kein Praktikum stattfindet, die haben noch nie ein Reagenzglas in der Hand gehabt...)

Entscheidend ist jedoch: Du hast Interesse an der Physik, also studiere sie!!!

Wichtiger als die Physik, finde ich eine solide Mathebasis, am wichtigesten jedoch eine grosse FRUSTRATIONSTOLERANZ. Mag man in der Schule noch leicht mitschwimmen in den Fächern, die einem Spass machen, sind nun nur noch Leute da, die das auch studieren wollen (die meisten zumindest). Das Niveau wird merklich höher sein. Aber egal wie, wenn es Dich interessiert, holst Du auch das auf, was Dir fehlt und die anderen kochen auch nur mit Wasser...

Und, soweit ich das beurteilen kann, wenn es Dich nach dem Grundstudium angurkt, oder sogar schon früher, dann hast Du nicht viel verloren. Die gelernte Mathematik kannst Du fast überall brauchen und die Physik je nach neuem Fach zum Teil auch.

Gruss,
Miora

ralfkannenberg
07.11.2005, 17:04
und die anderen kochen auch nur mit Wasser...Und das ist ganz wichtig ! Da wird zum Teil geblufft, was das Zeug hält. Da gab es Leute, die nach jeder Vorlesung strahlend zum Prof sind und mit ihm angeregt diskutiert haben. Zum Beispiel die "3 weisen Knaben", die die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben schienen und sich immer köstlich über mich amüsiert haben ..........

Ok, die haben auch bestanden, aber ich hätte nie gedacht, dass ich eine bessere Note als die haben würde.


... finde ich eine solide MathebasisAber das war eigentlich kein Problem, zumal (zumindest damals) die Mathe-Profs den Physik-Studenten gegenüber sehr grosszügig waren. Und ich will mich auch nicht beklagen; ich Physik-Orgelpfeife habe auch eine genügende Note bekommen und der Prof. hat auch ein bisschen geholfen, dass mein Anmeldetermin für das Vordiplom wegen seinem Praktikum nicht gefährdet war ...

Irgendwie hatte ich immer den Eindruck, dass die Profs ein ganz gutes Gefühl dafür hatten, wer seriös studiert und wer nicht und eine Erfahrung war auch die, dass die Note direkt korreliert war mit dem Aufwand der Vorbereitungen und weniger mit dem Umfang des eigenen Verständnisses. Allein aufgrund dieser Erfahrung habe ich mich ins Schlussdiplom gewagt und auch eine gewisse Zuversicht, die dann auch berechtigt war.

Allerdings gibt es auch Ausnahmen; es gibt Prof's, die es "geil" finden, dich trotz ausgezeichneter Kenntnisse in die Pfanne zu hauen ! Es gibt aber auch Profs, die während der Prüfung in der Brandung deiner Unkenntnis wie ein Fels stehen und dein vorbereitetes Wissen aus der Nase ziehen und zu einem didaktischen Ganzen zusammenfügen und das ziemlich grosszügig honorieren - so gesehen mittelt sich das wieder aus.

Flozifan
07.11.2005, 17:20
Allerdings gibt es auch Ausnahmen; es gibt Prof's, die es "geil" finden, dich trotz ausgezeichneter Kenntnisse in die Pfanne zu hauen ! Es gibt aber auch Profs, die während der Prüfung in der Brandung deiner Unkenntnis wie ein Fels stehen und dein vorbereitetes Wissen aus der Nase ziehen und zu einem didaktischen Ganzen zusammenfügen und das ziemlich grosszügig honorieren - so gesehen mittelt sich das wieder aus.

Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen dass die Profs, speziell in der Pruefung, mehr als fair sind. Ich habe keinen getroffen der irgendwie darauf aus war Studenten in die Pfanne zu hauen. Wenn der das will schafft der das im Zweifel auch! Im Gegenteil, ich hab bei meinen Noten teilweise ein schlechtes Gewissen gehabt weil meiner Meinung nach zu gut...hab mich aber nicht beschwert :D

ralfkannenberg
07.11.2005, 17:43
Ich habe keinen getroffen der irgendwie darauf aus war Studenten in die Pfanne zu hauen.Sei froh ! - Ein Freund von mir war total von einem jungen US-Prof begeistert, der auch wirklich tolle Vorlesungen gemacht hatte. Da der Kerl bereits mehrere meiner Kommilitonen "auf dem Gewissen" hatte, habe ich ihn gemieden. Aber mein Kommilitone war sehr begabt und fleissig und hat gleich 3 von 12 Prüfungen des Schlussdiploms bei ihm gemacht.

Was soll ich sagen ? Natürlich ist er durch alle drei hochkant und mit schlechter Note durchgeflogen; zwar hat er gegen diese Benotung Protest bei der Uni-Leitung eingelegt, doch der wurde aus formalen Gründen abgelehnt, weil er ja sein Diplom gesamthaft bestanden hatte. Dass die Note miserabel war und nicht mehr zur Disertation berechtigte, hat kein Schwein interessiert.

Flozifan
07.11.2005, 17:57
Klar, solche Profs gibt es auch. Ich glaube das haengt auch mit dem Fach zusammen. Ich hatte immer den Eindruck dass die Physik-Profs heilfroh um jeden Studenten sind, sind ja schliesslich nicht so viele, obwohl die Zahlen jetzt angeblich wieder steigen. Ist irgendwie auch klar, wenn du zu einem Prof in die Pruefung gehst bei dem du mal als einer von vier Studenten eine Spezialvorlesung gehoert hast und da auch gezeigt hast dass du ernsthaft studierst, dann ist das was anderes als in irgendeinem Massenfach wie Medizin, wo du bloss eine Nummer bist. Mein Physik-Fachbereich war zum Glueck so klein dass man wirklich mit den Profs diskutieren konnte und die waren dann auch froh wenn Studenten mit Fragen zu ihnen gekommen sind.

kosmos
07.11.2005, 18:03
Sei froh ! - Ein Freund von mir war total von einem jungen US-Prof begeistert, der auch wirklich tolle Vorlesungen gemacht hatte. Da der Kerl bereits mehrere meiner Kommilitonen "auf dem Gewissen" hatte, habe ich ihn gemieden. Aber mein Kommilitone war sehr begabt und fleissig und hat gleich 3 von 12 Prüfungen des Schlussdiploms bei ihm gemacht.

Ein hervorragender Kölner Repetitor hat uns Studenten geraten, Professoren zu meiden, die nach dem Motto prüfen: Nun raten sie mal, was ich denke.



Bei solchen Professoren kann man als Student nur verlieren – es sei denn man bringt in der Prüfung den Mut auf, die Damen und Herren Prüfer darauf hinzuweisen, das man keine Gedanken lesen kann.



Ich wünsche alles Gute zum Physikstudium

Hagelnacht
07.11.2005, 19:27
Ich wünsche alles Gute zum Physikstudium
Danke, wahrscheinlich werde ich auch mal Physik studieren, Physik und Germanistik.

Suzi
07.11.2005, 19:38
Hallo,

es ist toll, dass heute so viele an der Diskussion teilgenommen haben.

Viele der Eigenschaften (Ausdauer etc.), die man für ein Physikstudium haben sollte, habe ich, zumindest denke ich das. Ich denke, ich würde auch eher zu denen gehören die ab 8 in der Bücherei sitzen ( außer wenn die Paris-Dakar läuft).

Vor allem gefällt mir dabei das Selbststudium, welches Miora hervorgehoben hat. Vielleicht weil es eine größere Befriedigung vermittelt, wenn man eine Aufgabe oder Prüfung geschafft hat. Denn schließlich hat man sich selbst diszipliniert, organisiert etc. (Obwohl es sicherlich sinnlichere Arten gibt einen guten Teil seiner Zeit zu verbringen.)

Danke das ihr mir einige Realitäten nahe gebracht habt. ( Keine 39 Stunden Woche :) )
Ich werde mir den ersten Band des Nolting schicken lassen.

Hat jemand von euch die TU München kennen gelernt?

Danke
Suzi

Maerzu
07.11.2005, 20:05
Ist Astronomie ein Spezialgebiet der Physik oder gibts das auch als eigenes Studium in der Schweiz ? Ich hab im 1. Gymi Schuljahr Mathe/Physik genommen.

Maerzu

ralfkannenberg
07.11.2005, 20:37
Ist Astronomie ein Spezialgebiet der Physik oder gibts das auch als eigenes Studium in der Schweiz ? Ich hab im 1. Gymi Schuljahr Mathe/Physik genommen.

Maerzu1981 war es ein eigenes Fach an der Uni Basel, indes haben alle Astronomie-Professoren vom Studium abgeraten. Problem: Es gibt fast keine Stellen in der Schweiz. Es wurde damals geraten, statt dessen Physik mit Nebenfach Astronomie zu belegen.

An der ETH Zürich waren Mathematik, Physik und Astronomie in einer eigenen Abteilung (Abteilung IX) integriert. Aber ich weiss nicht, ob das heute immer noch so organisiert ist.

Flozifan
08.11.2005, 10:13
Hat jemand von euch die TU München kennen gelernt?


Ich bin zwar bei der Konkurrenz (LMU) aber ich kenn die TUM auch ganz gut. Weisst du denn schon welchen Schwerpunkt du waehlen willst? Man kann naemlich so pauschal nicht sagen dass eine Uni besser ist als eine andere, auch wenn die Rankings das immer so darstellen.

Suzi
08.11.2005, 15:13
Hallo Flo,

Generell interessiere ich mich für stark "technische" Physik, Astrophysik und Teilchenphysik...

Technische Physik: als eine Kombination von Physik und Maschinenbau. Ich möchte mich in dem Fall, wenn das möglich oder notwendig ist, auf Weltraumtechnik spezialisieren.

(Astronomie), Astrophysik, Teilchenphysik: Toll! Ich will das Große und Kleine, Nahe und Ferne... Ästethik und Gehalt des Ganzen erkennen. Pathetisch, vielleicht, aber vor allem bereit zum Abenteuer.
Ich bewundere unsere kognitiven Fähigkeiten, ich will sie ausschöpfen. Ich denke dafür gibt es nichts geeigneteres als die theoretische Physik.

Hilft dir das für eine Empfehlung, welche Uni in welchem Fall geeigneter ist?

Nebenbei...
Das ist ein menschliches Phänomen: Man will immer das was man ( oder andere) nicht hat/haben.
Z.B. ein Berg, ich liebe Berge, ihre Klarheit ( wenn nicht verhangen), ihre Substanz etc.
Leider weiß ich, bis zum gewissen Grad und andere viel besser, wie der Berg enstanden ist, woraus er besteht, was mit ihm in absehrbarer Zeit geschehen wird etc. Kurzum ich (oder andere) "besitze/n" ihn, da er kein geheimnis mehr birgt. So ist es auch mit vielen anderen Dingen: Hormone erklären Beziehungen und so weiter. ( Nicht das mich das stört, es ist und das ist gut so)

Aber in der Physik gibt es noch so viel Unbekanntes, dass man nicht "besitzt". Vor 500 Jahren wäre ich Seefahrer geworden!

Bis dann
Suzi

ralfkannenberg
08.11.2005, 15:20
Darf ich Dich einmal indiskret nach Deiner Note in Mathe, in Physik, in Chemie, in Bio und in Englisch fragen ?

Flozifan
08.11.2005, 15:50
Hallo Flo,

Generell interessiere ich mich für stark "technische" Physik, Astrophysik und Teilchenphysik...

Technische Physik: als eine Kombination von Physik und Maschinenbau. Ich möchte mich in dem Fall, wenn das möglich oder notwendig ist, auf Weltraumtechnik spezialisieren.

(Astronomie), Astrophysik, Teilchenphysik: Toll! Ich will das Große und Kleine, Nahe und Ferne... Ästethik und Gehalt des Ganzen erkennen. Pathetisch, vielleicht, aber vor allem bereit zum Abenteuer.
Ich bewundere unsere kognitiven Fähigkeiten, ich will sie ausschöpfen. Ich denke dafür gibt es nichts geeigneteres als die theoretische Physik.

Hilft dir das für eine Empfehlung, welche Uni in welchem Fall geeigneter ist?


Yup. Ich kann jetzt nur TUM und LMU vergleichen, die beiden Unis kenne ich einigermassen.
Mit Technischer Physik bist du bei der TUM besser aufgehoben, das gibt es dort auch als eigenen Studiengang (Studiengang Engineering Physics oder Schwerpunkt fuer Diplom-Physiker). Die LMU jedenfalls bietet in dem Bereich nichts an Vorlesungen.
Teilchenphysik ist an beiden relativ stark vertreten, das ist meiner Meinung nach ziemlich gleich. Die TUM ist wahrscheinlich breiter aufgestellt in dem Gebiet, da haette man mehr Moeglichkeiten.
Astrophysik kommt darauf an: Wenn du beobachtende Astrophysik machen willst ist die LMU 1.Wahl, die haben eine eigene Sternwarte wo du auch als studentische Hilfskraft vor der Diplomarbeit erste Erfahrungen sammeln kannst, das ist immer gut. Theoretische Astrophysik ist wieder weniger eindeutig, kann man an beiden gut studieren. Das ist auch mein Gebiet und ich war an der LMU. Zur Astrophysik allgemein: da ist Muenchen eigentlich das fuehrende Zentrum in Deutschland, hier hast du mit den Max-Planck-Instituten f. extraterrestrische Physik und Astrophysik die herausragenden Forschungseinrichtungen (okok, es gibt noch unsere Freunde vom MPI Astronomie in Heidelberb :p). Die Mitarbeiter da halten auch Vorlesungen sowohl an der LMU wie an der TUM und bieten auch Diplomarbeiten an (Doktorarbeiten auch, aber das dauert vielleicht noch ein bisschen ;) ).
Reine Theoretische Physik ist wohl die LMU staerker, vorallem weil die Mathematiker dort sehr gut sind. Die LMU hat auch gerade ein Zentrum fuer Theoretische Physik gegruendet.
Insgesamt ist natuerlich die TUM-Physik groesser, d.h. du hast mehr Studenten und auch mal exotischere Vorlesungen. Dafuer ist an der LMU der Kontakt zu den Profs einfacher, eben weil es weniger Studenten gibt.
So richtig wichtig werden die Unterschiede eigentlich erst nach dem Vordiplom, und man kann ja auch die Uni wechseln.

Erwaehnen sollte man noch dass die TUM einen Sonderforschungsbereich Astroteilchenphysik hat, die Kombination von Teilchenphysik und Astrophysik. Zwei Fliegen mit einer Klappe... :)

Das wichtigste ist eh die Begeisterung und die Neugier auf Physik, davon scheinst du genug zu haben. :)

Bis dann,
Flo

Suzi
08.11.2005, 16:06
Gern

Physik und Chemie bis 10., daher weiß ich es nicht.

zweite Halbjahr, 13 Jgst.:

Mathe- und Bio-LK:3 und 1
Geschichte und Deutsch Gk: 4- und 2+

Englisch, nicht Abiturfach: 2

Oder willst du den Durchschnitt der Fächer wissen?
Gruss
Suzi


Übrigens Flozifan,

von dem Sonderforschungsbereich Astroteilchenphysik habe ich auch gelesen. Aber ich muss mich noch genauer informieren wie die Vorlesungen strukturiert sind. Denn generell finde ich solche Kombinationen ( z.B. Bionik) suspekt. Obwohl Astroteilchenphysik bestimmt nicht als Verkaufsargument geboren wurde.

ralfkannenberg
08.11.2005, 16:30
Gern
Mathe- und Bio-LKVerwandte Seele, ich hatte auch LK Mathe und Bio. Deswegen hatte ich auch diese Probleme mit meinem Nebenfach Physik, da wir im GK Physik (nur in der 12.Klasse; wurde in der 13. nichtmehr angeboten) zwar ganz nette Sachen gelernt hatten, die ich aber nicht im Studium brauchen konnte. Wahrscheinlich hätte ich meine Wahl "zielorientierter" tätigen und mich irgendwie durch LK Physik beissen sollen; hätte mein Studium vielleicht vereinfacht. Andererseits hätte ich dann LK Bio aufgeben müssen und ich hatte mich so früh noch nicht festlegen wollen, zumal mich Genetik bis heute sehr interessiert.

Eine Frage sei mir aber erlaubt: Wieso möchtest Du Physik studieren, wenn Du a.) gar keine Physik mehr hast und b.) in Mathe auch "nur" eine 3 hast ?

Suzi
08.11.2005, 17:06
Hey,

Genetik war auch eines meiner Lieblingsthemen. Noch besser fand ich "Neurowissenschaften".

Zu a): Physik gehabt, habe ich im eigentlichen Sinn noch nie. Ich hatte zu der Zeit nur Frauen/ Mädchen und Sprit im Kopf, was ich aber gut finde, da ich so zumindest letzterem nichts mehr abgewinnen kann und deshalb mehr Zeit zum Denken habe.
Am Anfang war das Wort, oder alpha centauri. In der Tat habe ich vor drei Jahren angefangen alpha centauri zu schauen, was mir schnell nicht mehr genug war. Ohne gleich auf theoretische Physik umzusteigen, habe ich mich aber selbständig mit aktuellen Erkenntnissen beschäftigt, dem GUT und anderem. Es hat sich so ergeben. Heute brauche ich Physik, zumindest ihre Erkenntnisse. Doch ich will auch lernen, wie man selbst, wenn auch nur partiell, zu den Erkenntnissen kommen kann.

zu b): In der Tat, in Mathe bin ich eindeutig durchschnittlich. Aber ich sehe das so, dass ich es schaffen kann die Methode zu lernen. Dennoch weiß ich nicht was mich erwartet, das macht eine Einschätzung schwierig. Ich hoffe das ich das bald klären kann.

Was meinst du? War deine Hürde für das Studium schwer zu nehmen?

ralfkannenberg
08.11.2005, 18:44
Was meinst du? War deine Hürde für das Studium schwer zu nehmen?Sagen wir es mal so: Ich hatte in Mathe (aber erst ab der 11.Klasse, davor nie) eine 1 (in Bio sowieso auch), in Physik wenn es katastrophal lief ne 3, wenn es halbwegs lief ne 2 und wenn es gut lief ne 1.

Im Studium wäre ich wegen der Physik fast gescheitert und wenn ich mein Leben und meine Gefühle nicht zwei Jahre lang völlig verleugnet hätte, hätte ich es nicht geschafft.

Allerdings habe ich auch "falsch" studiert; man sollte unbedingt Spass am Studium haben. Wenn man sowieso Vorlesungen nacharbeiten muss, so fängt man mit denen an, die einem Spass machen. Ich habe es immer umgekehrt gemacht und dann irgendwann mal in den Semsterferien die Schnauze gestrichen voll gehabt. Und idealerweise finanziell unabhängig von Mami und Papi sein, denn sonst quatschen die einem ständig drein und vermiesen einem wirklich alles, obgleich die überhaupt keine Ahnung haben.

Kannst Du es schaffen ?

Ich bin nicht der typische Mathematiker und hatte in diesem Fach meist auch Probleme (auch wenn man es den Noten nicht so ansieht). Ich habe mir dann gesagt, ich versuche es und wenn es nicht klappt, sehe ich das im Vordiplom. Dann mache ich mit Biologie weiter. - Und nun bin ich diplomierter Mathematiker. Ok, die Note ist nicht berauschend, aber ich habe das Diplom !

Ich denke, Du solltest es versuchen. Und lass' Dich bloss nicht ausbluffen. Es zählt nicht, wie oft Du nach der Vorlesung kluge Sprüche mit den Profs ausgetauscht hast. Ein ganz guter Indikator sind die Übungen. Auch wenn der der Assistent alles vorrechnet - es interessiert nur, wieviele Punkte Du (ohne abzuschreiben !) bekommen hast. Wenn Dir der Assistent alles vorkaut und Du tust es nachvollziehen und mühsam neu aufschreiben, wird man vor Dir Respekt haben. Und auch wenn es dann in der Prüfung nicht rund läuft, wird man Dir helfen. - Ich denke, Du hast eine faire Chance. Entweder bist Du ein Genie und es fällt Dir sowieso zu oder Du musst dafür arbeiten, aber dann bekommst Du das Diplom auch !

Also viel Glück ! :)

Barcelona99
06.12.2005, 20:17
Ich habe vor nach dem Abitur Physik zu studieren und dann mich im Gebiet der Astrophysik zu spezialisieren.
Meine Frage: Was kann ich mit einem Diplom in Astrophysik alles beruflich machen?

Flozifan
07.12.2005, 12:26
Ich habe vor nach dem Abitur Physik zu studieren und dann mich im Gebiet der Astrophysik zu spezialisieren.
Meine Frage: Was kann ich mit einem Diplom in Astrophysik alles beruflich machen?

Speziell: Gar nichts! Damit meine ich, dass in der freien Wirtschaft kein Mensch Astrophysiker sucht. Mit Diplom bist du uebrigens "nur" ein normaler Feld-Wald-und-Wiesenphysiker. Da gibt es dann die Moeglichkeiten im IT-Bereich, Patentwesen oder aehnliches. Zu einem Astrophysiker oder Kernphysiker oder...wirst du erst dann, wenn du auf dem entsprechenden Gebiet promoviert hast. Mit Promotion in Astrophysik steht dir dann eine wissenschaftliche Karriere in Aussicht. Das ist natuerlich ein schwieriger Weg, aber eigentlich gibt es nichts schoeneres!

Gruss,
Flo

ralfkannenberg
07.12.2005, 13:19
Mit Promotion in Astrophysik steht dir dann eine wissenschaftliche Karriere in Aussicht. Das ist natuerlich ein schwieriger Weg, aber eigentlich gibt es nichts schoeneres!Wahrscheinlich wäre dann auch noch ein mehrjähriger Post-Doc in einem englisch-sprechenden Land und idealerweise ein MBA die ideale Voraussetzung, um Karriere zu machen.

Leider ist es so, wie Flo sagt; hinzu kommt, dass man (wie ich) nur mit einem Diplom in akademischen Kreisen zwar höflich begrüsst wird, aber nicht ernst genommen wird.

Es zeigt sich aber, dass das Ausbildungswesen gekürzt werden soll und bereits ein Bachelor-Degree (also Vordiplom nach 4 Semestern) als "Abschluss" gelten soll. Das ist aber letztlich ein enormer Kulturverlust und es ist schade, dass die Ausbildungen immer mehr auf die freie Wirtschaft zurechtgestutzt werden.

Ich würde mal mit Physik anfangen und mir nicht zuviele Gedanken über das spätere berufliche Umfeld machen - oftmals kommt alles nämlich ganz anders. Und wenn Du am Ende Deines Studiums Lust auf eine Promotion und auch ein spannendes Thema hast, dann würde ich es auch machen. Alles andere ergibt sich eigentlich von alleine.

Mir wurde damals (1980) vom Arbeitsamt geraten, ich solle doch Mathematik im Lehramt studieren; ich habe aber den Diplomstudiengang gewählt, weil der mir einfach mehr Optionen geboten hat. Meine Klassenkameraden, die Lehramt studiert haben, mussten alle (d.h. 100% !) umschulen, weil sie keine Stelle bekommen haben ! Ich würde also einen Studiengang empfehlen, der Dich interessiert und der Dir alle Optionen offenlässt und dann weitersehen.

Viel Spass ! :)

Barcelona99
07.12.2005, 14:30
Danke für die Antworten.

Könnt ihr mir eine Universität in Berlin empfehlen, die im Fachbereich Physik sehr gut ist?