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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Atombombe?



Tetsuo
07.08.2008, 10:32
Hallo zusammen,

ich frage mich wie eine Atombombenexplosion im All überhaupt aussehen/funktionieren würde...

Einfach nur mal so interessehalber...

Ich meine es gibt ja keine Atmosphäre für einen Atompilz geschweige denn Moleküle für eine Druckwelle....

In Bezug auf Asteroiden würde die Atombombe dann wahrscheinlich eher innerhalb des Asteroiden gezündet, von daher ist meine Frage vielleicht auch hinfällig. Trotzdem würd mich das interessieren :) Vielleicht ist es ja sogar wirksamer wenn so eine Bombe den Körper nicht sprengt, sondern auf der Oberfläche gezündet wird und den Körper einfach nur ablenkt...

Sorry bin kein Fachhmann...

mac
07.08.2008, 10:52
Hallo Tetsuo,

willkommen im Forum.

Zu Deiner Frage findest Du z.B. in den beiden unten stehenden Links einige Antworten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kernwaffenexplosion
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,526715,00.html

Herzliche Grüße

MAC

Orbit
07.08.2008, 11:12
Tetsuo
Habe ich zwischen den Zeilen Deines Gedankenfragments richtig gelesen, dass es Dir eigentlich um die Asteroidenabwehr geht?
Orbit

Bynaus
07.08.2008, 12:24
Ich denke auch, dass es um Asteroidenabwehr geht.

Im Weltall wirkt die Atombombe auf eine andere Art als sie es auf der Erde tut: die Energie, die sie freisetzt, wird genutzt, um einen Teil der Asteroidenoberfläche zu verdampfen: diese verdampfende Schicht überträgt dabei einen Impuls auf den Asteroiden, der ihn dann ablenkt.

Das Ablenken von Asteroiden per Atombombe ist aber alles in allem keine so gute Lösung. Zum einen ist es keine besonders präzise Methode, man kann das Ausmass der Ablenkung vorgängig nur abschätzen. Ein Triebwerk (oder ein Sonnenkollektor, der einen fokussierten Strahl auf die Asteroidenoberfläche richtet) ist da viel genauer, präziser. Die Atombombe ist mehr sowas wie ein Notnagel, den man nimmt, wenn man nichts besseres zur Hand hat (etwa, weil die Zeit sehr knapp ist).

pauli
07.08.2008, 16:33
Bei der Einschätzung von Explosionen im Vakuum ist man immer durch SF-Filme vorbelastet, in denen ein nahes Schiff die Explosion "hört" und ordentlich von der imaginären "Druckwelle" durchgerüttelt wird :)

Schon komisch, dass man auch in relativer Nähe zur Bombe, bester Strahlungsschutz vorausgesetzt, die Explosion möglicherweise garnicht bemerken würde.
Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Darstellung von Explosion ganzer Planeten (Alderan), bei denen die Bruchstücke in Sekunden davonfliegen und nur noch etwas Staub übrigbleibt.

Bynaus
07.08.2008, 16:39
und ordentlich von der imaginären "Druckwelle" durchgerüttelt wird

Es gibt, je nach dem, wie die Bombe gebaut ist, natürlich schon eine gewisse Druckwelle. Nicht atmosphärischer (natürlich), aber trümmerbedingter Natur: alle Energie, die nicht direkt in die Strahlung geht, geht auf die Trümmer der Bombe (und wenn es nur Plasma ist) über. Die Idee war ja auch mal, mit Atombombenexplosionen Raumschiffe anzutreiben ("Orion", lange bevor die neuen Raumkapseln der NASA ebenfalls diesen Namen bekamen). Damals dachte man sogar an Zielladungen, um die Kraftübertragung der Explosion auf die Pufferplatte zu optimieren.


Schon komisch, dass man auch in relativer Nähe zur Bombe, bester Strahlungsschutz vorausgesetzt, die Explosion möglicherweise garnicht bemerken würde.

Naja, wenn die direkte Strahlung der Bombe die Oberfläche deines Raumschiffs verdampft, wirst du schon was davon merken... ;)

fspapst
08.08.2008, 08:50
.... dass es Dir eigentlich um die Asteroidenabwehr geht?

...denke auch, dass es um Asteroidenabwehr geht.
Hallo Tetsuo,

ich gehe von nichts einfach so von etwas aus. :p
Aber Orbit und Bynaus haben ja schon recht viele Infos gegeben.

Zusammenfassung: Im All wirkt die Atombombe fast ausschließlich über die Strahlung, die dann Einfluss auf das Ziel hat.

wenn die direkte Strahlung der Bombe die Oberfläche deines Raumschiffs verdampft, wirst du schon was davon merken...
Das bisschen Plasma vom Bombenmaterial wirkt ja selbst auf der Erde im Vergleich zur freiwerdenen Strahlung vernachlässigbar.

Da im All auch nix ist, womit die Strahlung dann einen EMP entwickeln könnte, (außer dem Ziel selbst) bleibt es bei kurtzer, aber extremer Strahlung von Gamma bis IR.

Mich würde interessieren, wie ein solches Spektrum aussehen könnte, und wo die/das Maxima zu finden sind/ist. Das ist bestimmt von Interesse, wenn man mit Apophis Billard spielen will.

Gruß
FS

mac
08.08.2008, 11:33
Hallo fspapst,


Mich würde interessieren, wie ein solches Spektrum aussehen könnte, und wo die/das Maxima zu finden sind/ist. Das ist bestimmt von Interesse, wenn man mit Apophis Billard spielen will.


Bei Kernexplosionen werden Temperaturen von über 100 Millionen Kelvin erreicht, ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Kernwaffenexplosion#Einf.C3.BChrung

Das führt zu einem Planck-Spektrum, dessen häufigste Energie im harten Röntgenstrahlenbereich liegt 3,68E-11 m Wellenlänge. Natürlich nur im ersten Augenblick.

Herzliche Grüße

MAC

fspapst
08.08.2008, 11:53
http://de.wikipedia.org/wiki/Kernwaffenexplosion#Einf.C3.BChrung

Das führt zu einem Planck-Spektrum, ....Röntgenstrahlenbereich liegt 3,68E-11 m Wellenlänge.

Zitat aus Wicki: ...weit vom Strahlungsgleichgewicht entfernt, kaum wie ein schwarzer Strahler, .... hatte mich etwas irritiert!
Das ist aber nur in der Explosionsblase so, die sich in der Luft aus der Gammastrahlung bildet. Im All bleibt vornehmlich die Gamma/Röntgenstrahlen. (Im ersten Augenblick)

DANKE
FS

mac
08.08.2008, 12:10
Hallo fspapst,

ich glaube auch nicht, daß es wie ein Planck-Spektrum aussieht, aber die originären Energien sind ja beziffert. Wie sich das jetzt genau und in welchen Zeiten auf die Materie der Bombe überträgt, und wieviel davon mehr oder minder ungestört 'entkommen' kann, weiß ich auch nicht. Da aber der Hauptteil der Energiefreisetzung bereits abgelaufen ist, bevor die Hülle der Bombe birst und da diese Wellenlänge (E-11m) größenordnungsmäßig weit unter dem Energiebetrag liegt, der bei einer Kernspaltung frei wird, denke ich, daß das Spektrum dieser Explosion, weiter weg von der Explosion, einem Planck-Spektrum zumindest nicht völlig unähnlich ist.

Herzliche Grüße

MAC

fspapst
08.08.2008, 12:50
Da aber der Hauptteil der Energiefreisetzung bereits abgelaufen ist, bevor die Hülle der Bombe birst und da diese Wellenlänge (E-11m) größenordnungsmäßig weit unter dem Energiebetrag liegt, der bei einer Kernspaltung frei wird, denke ich, daß das Spektrum dieser Explosion, weiter weg von der Explosion, einem Planck-Spektrum zumindest nicht völlig unähnlich ist.

DANKE mac

mfG
FS

Lukas the brain
31.08.2008, 21:20
Hallo,

meiner Meinung nach kämen Atombomben bei der Ateroidenabwehr nie in Frage.
Man stelle sich nur einmal die Folgen vor, wenn Tonnen von radioaktiv konterminiertem Material auf die Erde niedergehen.

Schönen Abend noch,

Lukas

galileo2609
31.08.2008, 21:26
wenn Tonnen von radioaktiv konterminiertem Material auf die Erde niedergehen.
Hallo Lukas,

warum sollten sie das tun? Unabhängig davon, ob diese Strategie effizient wäre, würde man den Asteroiden sicherlich nicht an einem Ort zerstören, der bereits im Einfluss des Erd-Gravitationsfeld liegen würde.

Grüsse galileo2609

fspapst
01.09.2008, 08:57
meiner Meinung nach kämen Atombomben bei der Ateroidenabwehr nie in Frage.
Man stelle sich nur einmal die Folgen vor, wenn Tonnen von radioaktiv konterminiertem Material auf die Erde niedergehen.

Da die Atomexplosion nich auf der Oberfläche oder in dem Asteroiden stattfindet, sondern neben dem Asteroiden, wird kaum radioktives Material auf dem Asteroiden aufgebracht. Das meiste verflüchtigt sich im All drum herum. Zudem wird die Explosion nicht kurz vor dem Einschlag ausgeführt. (Dann währe es sowieso zu spät und nix würde mehr helfen.)
Der Asteroid soll ja nur einen kleine Schubs bekommen, damit er Monate später die Erde in sicherer Entfernung verfehlt.

Gruß
FS

frosch411
01.09.2008, 11:37
Lässt sich sowas denn überhaupt durchsetzen? Es gibt doch schon Proteste von Umweltschützern wenn nur mal eine Sonde mit einer Radionuklidbatterie ins All geschickt wird, wie wird das denn erst mit einer Atombombe sein?

pauli
01.09.2008, 12:01
Lässt sich sowas denn überhaupt durchsetzen?
ja, sie tun es einfach, was bleibt auch Anderes übrig? Solange Asteroiden dazu neigen mit großer Wucht irgendwo vernichtend einzuschlagen und man nichts Besseres hat kann man schlecht Rücksicht auf Umweltschützer nehmen

fspapst
01.09.2008, 12:14
Lässt sich sowas denn überhaupt durchsetzen? Es gibt doch schon Proteste .....wie wird das denn erst mit einer Atombombe sein?
Da stehen zwei Szenarien zur Auswahl:
1) Wir mache nix und der Komet zerstört die Welt
2) Wir riskieren einen Raketenstart mit einer A-Bombe drauf.

Fall 1) Die Welt geht unter!
Fall 2) im Extremfall eines Unfalles wird ein großer Landstrich radioktive verseucht.

Was wählst Du?

FS

Neuronium
01.09.2008, 13:11
Es ist völlig klar was ich wählen würde...die Atombombe!!!

Wenn es ums überleben der Menscheit geht sollte keine Zeit/Geld darüber
verschwendet werden...immerhin geht es um unsere existenz.

Und die wirkungsvollste Waffe die je ein Mensch gebaut hat ist
nun mal die Atombombe. Nur diesmal würde sie Leben retten
statt zu zerstören.

Was ist wenn keine Zeit mehr bleibt? Ich würd die Atombombe nehmen...

Die Menscheit sollte sich auch im klarem darüber sein das Geld bei so
einer drohenden globalen Katastrophe keine rolle spielen sollte und
alles dafür tut dieses Szenario abzuwenden...

Ich stell mir das gerade Bildlich vor...die drohende gefahr kommt und die
Politiker diskutieren über Kosten und Aufwand...bekloppt wäre das und die
Menscheit hätte es leider immer noch nicht kapiert worum es geht...die Frage die sich mir stellt ob sich dann alle Nationen/Länder zusammen tun?

frosch411
01.09.2008, 13:46
1) Wir mache nix und der Komet zerstört die Welt
2) Wir riskieren einen Raketenstart mit einer A-Bombe drauf.


Ich denke, das Problem mit Umweltschützern, und nicht nur mit denen, fängt schon viel früher an. Was würde die Weltgemeinschaft denn denken, wenn der amerikanische Präsident beschließen würde, Atomwaffen überall auf der Welt zu stationieren, um potentielle Asteroiden, sollten sie mal auf Kollisionskurs zur Erde liegen, auch rechtzeitig abschießen zu können. Wie würde die russische Regierung auf solch eine Stationierung in Polen, Litauen und Georgien reagieren, wie sähe umgekehrt die Reaktion auf solche Atomwaffen in Russland aus. Ausserdem will bestimmt der Iran auch seinen Anteil an der Rettung der Menschheit beisteuern...

o_o

pauli
01.09.2008, 14:50
Was würde die Weltgemeinschaft denn denken, wenn der amerikanische Präsident beschließen würde, Atomwaffen überall auf der Welt zu stationieren, um potentielle Asteroiden, sollten sie mal auf Kollisionskurs zur Erde liegen, auch rechtzeitig abschießen zu können.
Das wird kein Präsident tun, er braucht Trägerraketen für den Weltraum, was sollen die in Georgien, die müssen nahe des Äquators starten um das Maximum der Erdrotation für die Geschwindigkeit zu nutzen.

frosch411
01.09.2008, 15:08
Das wird kein Präsident tun, er braucht Trägerraketen für den Weltraum, was sollen die in Georgien, die müssen nahe des Äquators starten um das Maximum der Erdrotation für die Geschwindigkeit zu nutzen.

Seit wann denn das? Liegen Cape Caneveral und Baikonur denn am Äquator? Mit dem gleichen Recht könnte ja China solche Raketen in Tibet stationieren, denn auf dem Himalaya ist man doch schon mal ein paar Kilometer näher...

Ich denke, es wird einer Regierung - egal welcher - schwer fallen, den anderen Völkern klar zu machen, dass die Stationierung von Atomwaffen nur und ausschließlich der Abwehr von Asteroiden gilt - einer Gefahr durch die zuletzt vielleicht die Dinosaurier ausgestorben sind. Eher sollte San Francisco evakuiert werden, ein großes Erdbeben dort ist viel wahrscheinlicher als ein Asteroid, der die Menschheit ausrotten könnte.

pauli
01.09.2008, 16:00
Seit wann denn das?

seitdem sie in den Weltraum fliegen, und die Lage (http://de.wikipedia.org/wiki/Weltraumbahnhof#Standortbedingungen) ist halt auch ein Kompromiss



Ich denke, es wird einer Regierung - egal welcher - schwer fallen, den anderen Völkern klar zu machen, dass die Stationierung von Atomwaffen nur und ausschließlich der Abwehr von Asteroiden gilt
Das will doch auch keiner, wie kommst du denn darauf?

mac
01.09.2008, 16:03
Hallo frosch411,

Der Unterschied zwischen Umlaufbahn erreichen und Schwerefeld der Erde verlassen, ist energietechnisch ein Faktor 2 nur für die Nutzlast. Man kann das auch anders ausdrücken: Du mußt die Interkontinentalrakete komplett, mit ihrem gesamten Treibstoff in eine Umlaufbahn bringen, wenn Du ernsthaft vor hast, den Asteroiden aus dem Weg zu 'schubsen'.


Herzliche Grüße

MAC

fspapst
01.09.2008, 16:22
Was würde die Weltgemeinschaft denn denken, wenn der amerikanische Präsident beschließen würde, Atomwaffen überall auf der Welt zu stationieren, um potentielle Asteroiden, sollten sie mal auf Kollisionskurs zur Erde liegen, auch rechtzeitig abschießen zu können.

Rechzeitig heißt auf jeden Fall Monate im voraus, besser Jahre. Denn auch ein paar Atombomben können einen größeren Asteroiden nur geringfügig aus der Bahn werfen.
Von daher ist es egal, von wo aus die Raketen starten, denn das Gabnze wird so oder so erst im Weltraum zusammengebaut um dann auf die lange Reise zum Asteroiden zu begeben. Und in den Orbit kommt man immer von dort, wo man das bisher auch macht.

Andersherum:
Eine Stationierung auf der gazen Welt, um im letzten Moment (wenige Stunden) ein Objekt ab zu schießen, funkioniert nicht, denn ein Asteroid ist nun mal so groß, das auch eine H-Bombe nicht genug Sprengkraft dafür aufbringt.
Unsere kleinen Bömbchen müssen weit im Interplanetaren Raum eingesetzt werden um ein rettende Wirkung zu erzielen.

Gruß
FS

frosch411
01.09.2008, 16:42
Egal wo die jetzt stationiert werden, allein der Bau solcher Atomwaffen, um sie dann rechtzeitig einsetzen zu können, wäre politisch bedenklich, denn die Atombomben könnten ja auch für andere Zwecke mißbraucht werden. Und wenn einer damit anfängt, wäre das für jeden "Schurkenstaat" willkommene Gelegenheit, ein eigenes Atomwaffenprogramm aufzubauen mit dem Argument, auch an der Rettung der Menschheit teilnehmen zu wollen.

pauli
01.09.2008, 17:00
Ich glaube du verrennst dich da in irgendwas, Atombomben sind eine Sache, eine völlig andere ist es, die Waffen zum Asteroiden zu bringen. Wie viele Nationen haben Technologie und know-how, um so eine Mammutaufgabe möglicherweise und mit viel Glück und enormen Aufwand zu bewältigen?

Das ist ein globales Anliegen und kann wenn überhaupt wohl nur mit vereinten Kräften gestemmt werden.

frosch411
01.09.2008, 17:05
Das ist ein globales Anliegen und kann wenn überhaupt wohl nur mit vereinten Kräften gestemmt werden.

Und du glaubst, die Menschheit ist in der Lage, sich zusammenzuraufen? Gerade wenn es um Atombomben geht?
Das klappt nur, wenn die Gefahr tatsächlich greifbar ist, wenn also die Astronomen zweifelsfrei einen entsprechenden Asteroiden auf Kollissionskurs gefunden haben. Und dann wird es zum Zusammenraufen, Abwehrprogramm auf die Beine stellen und durchführen, möglicherweise bereits zu spät sein.

Orbit
01.09.2008, 17:07
Frosch411
Das Problem sind doch nicht die Atombomben, welche man für die Asteroidenabwehr benötigen würde. Von denen gibt's bereits genug. Da müssten also keine extra angefertigt werden. Auf den Atomsperrvertrag und dessen Umsetzung hätte das überhaupt keinen Einfluss.

Das Problem ist die Infrastruktur für deren Transport: Da braucht's halt einen 'Weltraumbahnhof' und entsprechende Trägerraketen. Interkontinentalraketen tun's halt nicht.

Und nochmals, obwohl fspapst, mac und Pauli Dir das bereits klar zu machen versucht haben: Es gäbe keinen Abschuss vor der Haustüre mit Logenplatz wie in Hollywood. Dort liebt man halt action in letzter Minute, möglichst nah und ausserdem mit möglichst viel Feuerwerk. Es ginge aber auch ohne Atombombe:
Könnte man zu einem gefährlichen Asteroiden, zum Beispiel jenem, der uns 2029 nahe und 2036 noch näher kommen soll, rechtzeitig eine etwa 20 Tonnen schwere Raumsonde schicken, dann könnte die während einer einjährigen Eskorte allein mit ihrer Gravitationskraft den Asteroiden von seinem gefährlichen Kurs abbringen.
Orbit

frosch411
01.09.2008, 17:42
Hier ging es doch um Atombomben dafür. Also bitte nicht ablenken vom Thema. Bleibt zu hoffen, dass die wirklich gefährlichen Brocken rechtzeitig erkannt werden. Und dann muss das Risiko genau kalkuliert werden. Ich denke, sollte wirklich eine Atombombenexplosion für die Abwehr nötig sein, ist es nicht ganz ungefährlich, so eine Aktion durchzuführen. Geht etwas beim Transport der Atombombe (oder deren Teile) schief, könnten ganze Landstriche verseucht werden. Hierzulande haben manche Leute schon Angst vor den Castor-Transporten auf der Schiene, Raketen sind da doch viel gefährlicher. Daher muss die Gefahr wirklich groß sein, die von dem Asteroiden ausgeht. Und daher denke ich, dass die Freigabe einer Abwehrmission mit Atomwaffen erst erfolgt, wenn hinreichend sicher ist, dass der Asteroid wirklich die Erde trifft und dabei erheblichen Schaden verursacht. Die verantwortlichen Politiker werden eher abwarten und dann ein paar Atombomben mehr hochschicken als sich mit einer Aussage "vielleicht zu 10% trifft der die Erde" zufriedenzugeben.

pauli
01.09.2008, 18:25
@frosch411

Sicher ist Politik z.T. auch eine miese und schmierige Angelegenheit, aber wenn's hart auf hart kommt und es ums nackte Überleben geht ist kein Spielraum mehr für Faxen und Propaganda, man muss wohl vernünftigerweise davon ausgehen, dass die Verantwortlichen nicht völlig verblödet sind und die Situation total verkennen würden.

Orbit
01.09.2008, 18:39
frosch411

Hier ging es doch um Atombomben dafür. Also bitte nicht ablenken vom Thema.
OK. Wollte Dich nur wie pauli darauf aufmerksam machen, dass Du Dich da in ein Detailproblem verrennst, das so gar nicht existiert.
Und jetzt geht's Dir um den Transport.
Der ist längst militärischer Alltag. Da werden immer wieder Bomben verschoben. Oder meinst Du, die Inder und Pakistani beispielsweise hätten die direkt neben der Abschussrampe gebaut? Da sind manchmal auch welche per Flugzeug unterwegs, kürzlich sechs Stück quer durch Amerika. Wir hätten allerdings nichts davon erfahren, wenn die nicht scharf gewesen wären! Diese Nachlässigkeit hätte bei einem Absturz des Flufzeugs zu einer verheerenden Nuklearkatastrophe geführt. Doch wenn die Bomben entschärft sind, gibt's keine Atomexplosion. Die Bomben von Japan wurden erst kurz vor dem Abwurf manuell scharf gemacht. Heute geht das automatisch. Da kann man längst viel kompliziertere Mechanismen fernsteuern.

Orbit

Infinity
01.09.2008, 18:53
Hallo zusammen,

ich frage mich wie eine Atombombenexplosion im All überhaupt aussehen/funktionieren würde...

Einfach nur mal so interessehalber...

Ich meine es gibt ja keine Atmosphäre für einen Atompilz geschweige denn Moleküle für eine Druckwelle....

Meines Wissens nach kann man eine Explosion zumindest kurz beobachten, denn beim Raketenantrieb kann man auch im All Feuer erkennen.
Eine Druckwelle nach der Zündung einer Atombombe gibt es natürlich.

Gruß :)

Martin
02.09.2008, 06:19
Da sind manchmal auch welche per Flugzeug unterwegs, kürzlich sechs Stück quer durch Amerika. Wir hätten allerdings nichts davon erfahren, wenn die nicht scharf gewesen wären! Diese Nachlässigkeit hätte bei einem Absturz des Flufzeugs zu einer verheerenden Nuklearkatastrophe geführt.

Will hier nicht grosz OT gehen, aber die waren NICHT scharf, auch wenn das in Medien oft behauptet wird. Der Fehler war, das sie ueberhaupt an Bord waren und das Verschwinden von 6 Kernwaffen auf einer US Basis fuer 36 Stunden unbemerkt blieb (auch wenn sie sich die ganze Zeit im US Air Force System bewegten). Fluege mit nuklear bestueckten Bombern gab es in den USA seit 1968 nicht mehr.
Positiver Hintergrund dieses schweren Vorfalls: Er geschah in Zuge der Ausmusterung dieses nuklearen Waffensystems.

Allerdings werden Nuklearwaffen zwischen Basen tatsaechlich noch in der Luft transpoertiert, allerdings mit besonderen Sicherheitsmasznahmen wie Sicherheitsfallschirmen usw. .

Vorfaelle mit nuklear bestueckten Raketen gab es schon einige. In den fruehen 60ern testeten die Amerikaner Kernwaffen in der Hochatmossphaere, dabei explodierten Raketen schon beim Start (ohne Zuendung der Waffe) oder kamen vom Kurs ab. 1982 explodierte eine Titan II mit einer 9 MT Kernwaffe in ihrem Silo in Arkansas, der Sprengkopf blieb weitgehend intakt.

Bei modernen Kernwaffen kann man etwa mit einer 1kT Sprengkraft pro kg Bombengewicht rechnen (ab einer gewissen Groesze), bei sehr groszen Waffen geht es theoretisch bis 6kt pro kg. Daran kann man schon abschaetzen welche Rakete man brauchte um eine erforderlich grosze Waffe zu einem Asteroiden zu schicken.

frosch411
02.09.2008, 08:39
Doch wenn die Bomben entschärft sind, gibt's keine Atomexplosion. Die Bomben von Japan wurden erst kurz vor dem Abwurf manuell scharf gemacht. Heute geht das automatisch. Da kann man längst viel kompliziertere Mechanismen fernsteuern.

Klar, mit entsprechender Vorsicht kann eine Atombombenexplosion bei einem eventuellen Unfall verhindert werden, aber der radioaktive Kernbrennstoff kann doch bei so einem Unglück weit verstreut werden.

fspapst
02.09.2008, 08:54
Und dann muss das Risiko genau kalkuliert werden. ... Geht etwas beim Transport der Atombombe (oder deren Teile) schief, könnten ganze Landstriche verseucht werden.

Das Risiko ist kalkulierbar und kann leicht gegen das Risiko eines Einschlagen gehalten werden.
Mit einer 10% Einschlagswarscheinlichkeit in sagen wir einmal 25 Jahren wird noch niemand wirklich aktive werden, sondern zuerst genauere Untersuchungen gestartet werden.
Erst wenn es dann heißt: Mit 50% Sicherheit in 20 Jahren wird man aktive werden, mit Bauplänen, Finanzierungen und Planungen.
Wenn es dann heist, in 12 Jahren mit 75% Einschlagswarscheinlichkeit, wird das ganze Projekt gestartet um somit, sagen wir mal 9 Jahre vor dem Einschlag, die Sonde zu starten, damit diese 6 bis 8 Jahre vor dem Einschlag zum Einsatz kommt.

Und dann heißt es, die nicht scharfen Waffen in eine Umlaufbahn bringen. Wenn was schief geht, kann im Extremfall tatsächlich ein großer Landstrich mit Plutonium verseucht werden. Eine solche Rakete würde aber z.B. bei einem Fehlstart nicht zur Explosion gebracht, sondern würde irgendwo einschlagen und nur dort, lokal die Umwelt für die nächsten Millionen Jahre kontaminieren. Es gibt ehemalige Testgelände, sowohl im Osten wie auch im Westen, wo solche Kontamination besteht.
In der Umlaufbahn wird dann eventuell die A-Waffe scharf gemacht, warscheinlicher erst kurz vor der Explosion.

Ein solches Mamutprojekt wird vermutlich von mehreren Nationen getragen werden und international Unterstützung erhalten. Immerhin geht es dann nicht um nationales Geplänkel sondern um "Alles oder Nichts". :p

Gruß
FS

Neuronium
02.09.2008, 10:29
"Alles oder Nichts"


...das ist hier die Frage.

Es wird Leute geben die sich durch so ein Projekt die Taschen voll machen...
Traurig aber war.

fspapst
02.09.2008, 10:37
Es wird Leute geben die sich durch so ein Projekt die Taschen voll machen... Traurig aber war.

Kriegsgewinnler gab es immer und wird es immer geben, außer wenn der Einschlag nicht verhindert wird. Dann gibts nur Verlierer. :D:p:eek:

FS

Orbit
02.09.2008, 11:52
Die Schreckensszenarien, welche wir uns da im Zusammenhang mit nuklearer Asteroidenabwehr ausmalen, sind längst passiert:
Unfälle mit B52 Bombern
http://de.wikipedia.org/wiki/Boeing_B-52#Zwischenf.C3.A4lle_mit_Kernwaffen
Unfälle mit Interkontinentalraketen
http://de.wikipedia.org/wiki/Interkontinentalrakete#Unf.C3.A4lle
Über Unfälle in der ehemaligen Sowjetunion fand ich im Wiki noch nichts; aber über den Katschai-See, eine radioaktive Zeitbombe.
http://de.wikipedia.org/wiki/Karatschai-See

Infinity
02.09.2008, 17:49
Ich denke mal hier gibt es auch einige, die vor ein paar Jahren einige Folgen von "Faszination Universum" von Joachim Bublath gesehen haben. In einer Folge (je 45min -> insgesamt 9), ich glaube das war "Tödliche Begegnung" aus dem Jahre 2004, wurde erklärt, welche Möglichkeiten es gäbe, einen Asteroiden, dessen Bahn die Erde durchkreuzt und den Planeten auch treffen würde, von der Erde wegzuhalten, d.h., in eine neue Bahn versetzen, wodurch er nicht mehr exakt die Erde treffen würde.

Versuch 1 war, eine Raumsonde mit großen Solarplatten zu starten, mit denen sie Sonnenwärme aufnimmt und diese auf den Asteroiden gezielt "abschießt", bis Dampf entsteht. Der Dampf treibt den Asteroiden von seiner Bahn, zwar sehr sehr gering, aber das ist der Zweck.
Meiner Meinung nach wäre das 1. Keine wirklich einfallsreiche Idee und 2. möglicherweise nicht effektiv für einen Asteroiden, eher für einen Kometen, denn die bestehen aus Eis und Schnee.

Versuch 2 war, die höllische Gefahr von seiner Bahn mihilfe einer Sonde mit sehr starkem Antrieb, der an Sonde angebracht ist (dafür bräuchte man allerdings einen ziemlich großen Tank :)) fortzutreiben.

Die dritte Idee bestand daraus, was auch Thema in diesem Thread ist, Raketen mit Atombomben zu starten, die den Asteroiden zerstören soll.
Konsequenz ist allerdings nicht weniger verheerend, denn viele kleine Teile des vorigen Gesamtkörpers würden einzeln auf verschiedene Gebiete stürzen.
Deswegen hat man sich gedacht, Atombomben vor dem Kontakt mit dem Asteroiden, vielleicht einige Sekunden bis Minuten vorher, zu zünden, denn die extreme Druckwelle könnte von den drei genannten Ideen am erfolgreichsten sein.

(Im Übrigen unterscheiden sich Gesteine im Weltall von porösem und undurchlässigem, also massivem, so zeigt ein Angriff auf den Asteroiden per Atombombe keine Wirkung und der Asteroid kann fröhlich weiter schweben...)

Gruß!

Orbit
02.09.2008, 17:57
und eben die 4. Idee, welche ich bereits weiter vorn erwähnt habe: 'Abschleppen' per Gravitatrionskraft.

fspapst
03.09.2008, 08:38
und eben die 4. Idee, welche ich bereits weiter vorn erwähnt habe: 'Abschleppen' per Gravitatrionskraft.
Die halte ich sogar für überaus effective mit der Gravitiationsmethode, aber auch für sehr langsam.

Nur so zur Klarstellung:
Eine Atomexplosion in einer Entfernung zum Asteroiden übertägt kaum einen "Explosionsimpuls" auf diesen, jedoch wird die extreme Hitzebildung auf einer Seite des Asteroiden dessen Material verdampfen, was den Asteroiden ein klein wenig in die andere Richtung schubst.

Gruß
FS

Orbit
03.09.2008, 09:00
Hallo fspapst

Die halte ich sogar für überaus effective mit der Gravitiationsmethode, aber auch für sehr langsam.
Mit einer 20 Tonnen schweren Sonde bräuchte man ein Jahr.
Die Raumsonde Rosetta,
http://de.wikipedia.org/wiki/Rosetta_(Sonde)
die allerdings nur 3 Tonnen schwer ist, wird den Kometen Tschurjumow-Gerasimenko von November 2014 bis Dezember 2015 eskortieren:
http://de.wikipedia.org/wiki/Tschurjumow-Gerasimenko
Ob dabei nicht auch diese Abschleppmethode getestet werden könnte?
Orbit

fspapst
03.09.2008, 10:17
Ob dabei nicht auch diese Abschleppmethode getestet werden könnte?

Sehr gute Idee,

ich gehe davon aus, dass diese Idee auch schon bei der NASA auf gekommen ist, aber soweit ich das bisher verfolgt habe, wird die Sonde den Kometen im Orbit (ohne Anspielung) umrunden.
Für eine messbare, gravitative Flugbahnmanipulation sollte die Sonde aber den Probanden nicht umkreisen, sondern nebenher fliegen und gelegentlich die Position korrigieren.

Ein Frage noch genau dazu:
Wenn die Sonde neben dem Probanden her fliegt, wird diese vom Probanden angezogen, so wie andersherum auch. Damit die Sonde nicht auf dem Probanden landet, muss diese Treibstoff mit nehmen, um sich wieder vom Probanden zu entfernen.
Dann könnte doch auch die Sonde auf dem Probanden landen und die Energie direkt mit den Triebwerken auf den Probanden übertragen.
Welche Vorteile bietet die gravitative Methode, gegenüber der schiebenden Methode?
Mir fällt nur einer ein: Die Landung/das Andocken wird vermieden.

Gruß
FS

Orbit
03.09.2008, 10:50
Mir fällt nur einer ein: Die Landung/das Andocken wird vermieden.

Ja. Und zwar, weil diese Himmelskörper rotieren. Die Sonde würde dann mitrotieren. Der gravitative Zug muss aber stets aus derselben Richtung erfolgen.

Joachim
17.09.2008, 08:07
Hi,



Dann könnte doch auch die Sonde auf dem Probanden landen und die Energie direkt mit den Triebwerken auf den Probanden übertragen.
Welche Vorteile bietet die gravitative Methode, gegenüber der schiebenden Methode?

Wozu überhaupt diese beiden Methoden. Das wirkt zwar beides recht elegant, aber letztlich kann man schneller den selben Impuls auf den Kometen Übertragen, wenn man vorher allen Treibstoff zur Beschleunigung verwendet und den Kometen einfach rammt. Beim total inelastischen stoß wird so der ganze Impuls der Sonde auf einem Schlag dem Kometen übergeben. Bei einem elastischen Stoß (Gummiball) sogar mehr.

Gruß,
Joachim

fspapst
17.09.2008, 08:19
Wozu überhaupt diese beiden Methoden. Das wirkt zwar beides recht elegant, aber letztlich kann man schneller den selben Impuls auf den Kometen Übertragen, wenn man vorher allen Treibstoff zur Beschleunigung verwendet und den Kometen einfach rammt.
Gibt es Mathematik dazu?
Kurzfristig wird der Impakt vermutlich mehr bewirken, aber auf Dauer einer solchen Mission könnten die anderen Methoden effizienter sein.

FS

Joachim
17.09.2008, 08:31
Gibt es Mathematik dazu?


Klar gibt es mathematik zum elastischen und total inelastischen Stoß (http://www.walter-fendt.de/ph11d/stoss.htm).



Kurzfristig wird der Impakt vermutlich mehr bewirken, aber auf Dauer einer solchen Mission könnten die anderen Methoden effizienter sein.


Nur wenn du es schaffst, zusätzliche Energie in das System zu bringen. Wenn die Sonde nur ihren Treibstoff mitbringt, dann wird andocken und dann Triebwerk zünden nahezu den selben Effekt haben wie erst zünden und dann inelastisch stoßen. Die Energie-Impuls-Bilanz ist sehr ähnlich. Die nötige Technik für den inelastischen Stoß ist aber erheblich einfacher.

Gruß,
Joachim

Orbit
17.09.2008, 08:36
Joachim
Das Problem: Kometen sind keine kompakten Körper und Asteroiden offenbar auch nicht alle. Und ob man das dann von einem bedrohlichen Exemplar sicher weiss?
Orbit

fspapst
17.09.2008, 08:49
Klar gibt es mathematik zum elastischen und total inelastischen Stoß
Ich habe meine Frage nicht korrekt gestellt. Ich wollte fragen, ob es mathematische Vergleiche zwischen Impakt/Anschieben und gravitativer Begleitmethode gibt.

Nur wenn du es schaffst, zusätzliche Energie in das System zu bringen. Wenn die Sonde nur ihren Treibstoff mitbringt, dann wird andocken und dann Triebwerk zünden nahezu den selben Effekt haben wie erst zünden und dann inelastisch stoßen. Die Energie-Impuls-Bilanz ist sehr ähnlich.
Die Energiebillanz bei gravitativer Begleitung ist mit einem elektrischen Antrieb also um den Betrag z.B. der Solarzellenenergie größer und somit auf Dauer effektiver.
Das gleiche gilt für Impakt und Anschieben mit elektrischem Antrieb.
Bei der Landemethode könnte sogar Material des Asteroiden/Kometen als Treibmasse verwendet werden. :rolleyes:

Gruß
FS

Ich
17.09.2008, 10:22
Hallo Joachim,


Nur wenn du es schaffst, zusätzliche Energie in das System zu bringen. Wenn die Sonde nur ihren Treibstoff mitbringt, dann wird andocken und dann Triebwerk zünden nahezu den selben Effekt haben wie erst zünden und dann inelastisch stoßen. Die Energie-Impuls-Bilanz ist sehr ähnlich.
Sonden zu beschleunigen ist nach dem Dachgepäckträger die effizienteste bekannte Methode zur Energievernichtung. Du verbläst (je nach Spritanteil, der ja hoch sein sollte) fast die ganze Reaktionsmasse sinnlos im All, statt damit den Asteroiden anzuschieben. Also: erst andocken, dann anschieben und hoffen, dass der Asteroid nicht kaputtgeht dabei.

Joachim
17.09.2008, 11:09
Sonden zu beschleunigen ist nach dem Dachgepäckträger die effizienteste bekannte Methode zur Energievernichtung.

Ach deshalb brauche ich Urlaub immer so viel Benzin :)

Danke, jetzt hab ich's verstanden. Selbst das Raketentriebwerk ist effektiver, wenn man erst andockt, weil dann bei gleichem chemischen Energieaufwand mehr Impuls übertragen wird.

Danke für die Lektion.

Joachim

Aragorn
17.09.2008, 12:35
Hallo,

ich habe das mal rechnerisch überprüft. Imho ist es besser das Raketentriebwerk direkt auf dem Asteroiden zu montieren.

a) Impulsübertragung delta_p1 durch Aufprall einer Rakete auf den Asteroiden (unelastischer Stoß):

delta_p1=me_r*ve_r*ln(mo_r/me_r)

me_r = Endmasse der Rakete (Startmasse - Treibstoff)
mo_r = Startmasse der Rakete
ve_r = Ausströmgeschw.

b) Impulsübertragung delta_p2 durch ein gleiches Raketentriebwerk direkt auf dem Asteroiden

delta_p2=(mA+me_r)*ve_r*ln((mA+mo_r)/(mA+me_r))

mA = Masse des Asteroiden

für mA >> mo_r ergeben sich die Nährungen:

mA+me_r ~ mA
ln((mA+mo_r)/(mA+me_r)) ~ (mo_r-me_r)/mA

delta_p2~ve_r*(mo_r-me_r)

Die Ergebnisse zueinander ins Verhältnis gesetzt ergibt:

----------------------------------------------------------------------------------
delta_p1/delta_p2=me_r*ln(mo_r/me_r)/(mo_r-me_r)
----------------------------------------------------------------------------------

Wenn man die geiche Menge Treibstoff für ein identisches Raketentriebwerk gegeben hat, dann erzielt man mit dem direkt auf dem Asteroiden gezündeten Raketentriebwerk einen höhere Impulsänderung des Asteroiden.

Gruß Helmut